
Das sieht übrigens sehr lustig aus, so ´ne Schallplatte ohne Leerrillen. Eine großes, schwarzes Nichts. Es kommt also mal wieder ein Riesenpotpourri.
Sing mit, Folge 6. Aber diesmal ein Special: von Hamburg bis Mexico. Hamburg erkenn ich nur an „Das gibt’s nur auf der Reeperbahn bei Nacht“. Aber Mexico strahlt mich schon mal auf fast der kompletten ersten Seite an. Will ich jedenfalls hoffen. Nicht dass sich da auch noch ein bisschen Spanien und ein Hauch Brasilien untergeschlichen hat. Aber James Last-Fans wissen, was gemeint ist mit „bis Mexico“. Und genau danach klingt´s auch. Super, super, super.
Solche Latin-Schlager eignen sich halt hervorragend für eine flotte Party. Sommerfeeling gibt´s da gratis. Und die Texte auch, die sind nämlich abgedruckt auf der Innenhülle. Meine Lieblingszeile ist „Über Peine und Paris, wo sie sich kurz blicken ließ.“ Aus „Einmal nach Sevilla“. Jesses, tobt hier die Percussion-Crew. Die hat richtig zu tun.
Die Leute auf dem Cover auch. Die sind heftig am Tanzen und Feiern. James Last würde auch gern mitfeiern, muss aber die große Sechs halten, die mitten auf dem Cover steht. Am liebsten sind ihm deshalb Folgen wie 1 oder 2. Alle Zahlen eben, die von selbst stehen und nicht wegrollen können.
Doof, das. Dabei hatte er sich so schön aufgebrezelt. Die Schlangenleder-Boots, die beige Hose und das Glitzershirt mit dem Schlitz an der Seite. Und diesmal lächelt er sogar richtig! Oder ist das nur ein Flirt mit dem Fotografen, damit er vielleicht rüberkommt und James Last ihm die Sechs in die Hand drücken kann?
Eine Tanzpartnerin hätte er auch schon. Die scheint etwas irritiert auf den entrückten Bandleader zu gucken. Aber kein Vergleich zu meiner Irritation, mit der ich auf die Frau gucke: Wieso trägt man ein Nichts von einem trägerlosen Hosenanzug, hängt sich aber einen Pulli über die Schultern? Eigentlich erklärt sich das von selbst, könnte man meinen: weil’s so schulterfrei halt ein bisschen kühl ist. Aber ich dachte, schulterfrei trägt man, damit die Schultern zu sehen ist. Vielleicht kann ich von den 70ern noch was lernen...
Singen zum Beispiel. Diese Sing mit-Platten sind wirklich toll. Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass diese Latin-Sommer-von-Hamburg-bis-Mexico-Platte unter dem Einfluss von literweise Glühwein entstanden sein dürfte. Denn: aufgenommen am 10. Dezember 1977. Zum Ausgleich sind bestimmt alle James Last-Weihnachtsplatten im Hochsommer entstanden. Bei einer solchen Verkehrung der Jahreszeiten, der meteorologischen Entfremdung – wird man da nicht wahnsinnig? Gibt das nicht irre hohe Scheidungsraten? Oder fängt man das durch eine von der NASA gebaute Klima-Anlage auf, die immer auf „Gegenteil“ eingestellt ist?
Vielleicht kriegt man auch nur so dieses gewisse Etwas, das die flotten James Last-Platten auszeichnet. Wir dachten immer, es sind die virtuosen Musiker, der Jazz oder die Drogen. Nein, letzteres natürlich nie. Hat man nie auch nur ein Fitzelchen von gehört. Bis auf „Auch Musiker trinken gern“ (s. die Russland-Platten). Vielleicht sollte man mal recherchieren, was in dem James Last-eigenen Fitnesscenter vor sich geht. Vielleicht gibt’s da ´ne Schleuse, in der die Musiker von Sommer auf Winter gepolt werden und umgekehrt.
Und hey, da ist ja ein Stimmungslied, um das uns auch die Spanier und Mexikaner beneiden. Und die Hamburger: „Sieben Fässer Wein“! Es geht also auch mit deutscher Mucke.
Rolling and rumbling – das ist das, was diese Platte rüberbringt. Saftiger Sound, ein kickassender Chor und eine phatte Band. Die Musik strahlt in unendliche Weiten. So, wie das sein soll. Klasse Ding!
Ja, wer sitzt denn hier zusammengesunken in seinem Schlitten? Mütterchen Russland? Der Weihnachtsmann in Räuberzivil? Nein, es ist James Last! Non Stop Christmas 386.
Und hinten auf dem Cover ist wieder das Bild vom Konzert vom Hamburger Rathaus, wo ich immer schon dachte: hier rieseln doch Schneeflocken vom Himmel. Aber in der „James Last live“ ist exakt das gleiche Foto drin. Mit der Datierung “30.August 1973“! Grad, wie man´s braucht.
Mit dem Vordercover komm ich allerdings noch nicht so ganz klar. In die Hülle sind runde Öffnungen gestanzt. Dahinter eine Pappe mit Weihnachtsbildchen, die durch die Öffnungen gucken. Aber warum kann ich die Pappe herausziehen? Dann sind nur die Bildchen weg, sonst nichts. Es gibt keine Bastelanleitung, es sind keine Aufkleber. Hm. Hab ich zu wenig Alkolhol im Blut, um das System zu kapieren? Ist mir nicht kalt genug? Gibt´s da nichts zu raffen?
Vermutlich. Sah wahrscheinlich einfach nur schick aus. Potemkische Cover. War in den 70ern halt so. Und mal so ´ne Pappe hin- und herschieben zu können, ist ja auch schon was.
James Last liegt da aber schon ein bisschen lethargisch im Sattel. Hoffentlich gehen die Rentiere nicht zu scharf in die Kurven... Vielleicht schürt ihm auch der Pelz das Blut ab. Mich erinnert das Motiv an einen Peanuts-Comic. Er hieß: „Beagle sollten keine Daunenjacken tragen.“ Und den Grund sah man dem Bildchen an: die Daunenjacke lässt Snoopy wie einen wandelnden Iglu aussehen. Und vieles von diesem Effekt ist auch diesem Foto abzulesen.
Vielleicht fährt deshalb auch diese Weihnachtsplatte mit halber Kraft. Ist zwar nicht so schlimm, wer braucht schon „Christmas Psychedelia“ oder „Thrashing Christmas“. Zweifellos sehr atmosphärische Platte. Ob die meiner Mutter besser gefällt als Vrolijk Kerstfeest? Vielleicht. Aber nur, bis bei „O Freude über Freude“ die Fischerchöre das Tambourin zu schlagen beginnen. Ach was, eine Armanda von Tambourinen. Jetzt geht es doch wieder mehr in meine Richtung.
Und wenn ich sage „atmosphärisch“, dann meine ich nicht das edle Nichts der Classics up to date-Platten, sondern eine Atmosphäre, wo man auch den leisen Passagen noch anhört, dass sie von einem Swing-Orchester kommen.
Übrigens sind hier auch wieder viele Last-Eigenkompositionen drauf: Schlittenfahrt zum Weihnachtsmarkt. (Ach, deshalb. Vielleicht ist das schon die Rückfahrt, auf dem Cover...); Die Hirten; Kirchenglocken zur Weihnachtszeit und In der Kathedrale. Bei letzterem spielen mit: Hamburger „Michel“, Gedächtniskirche Berlin, Kölner Dom, Münchner Frauenkirche und Glocken von Bethlehem. Da wär ich gern dabeigewesen, im Studio.

Das ist wieder James Partyking Last! Das erkennt man unter anderem an der kleinen Sprechblase auf dem Cover, direkt über den Fingern von James Last. „Schnipp“ steht da drin.
Ob das seine eigene Hand ist, oder ob man da ein Handmodel genommen hat? Vielleicht hätte ein Handmodel aber auch das „Schnipp“ so hingekriegt, dass man keine Sprechblase gebracht hätte? Egal. James Last sieht sympathisch aus, und so als würde er sich fast freuen und vielleicht auch mal ein bisschen mit dem Fuß mitwippen.
Dafür sieht die Horde hinter ihm echt partymäßig aus. Das dürfte die größte Menschenansammlung sein, die ich je auf einem James Last-Cover gesehen habe. Mehr noch als bei der Beach Party. Und man scheint ihnen auch nicht zu wenig in den Tee getan zu haben. Hey, das geht ab!
Das Tollste ist aber die Innenhülle. „Das Neueste von James Last“ steht da. Haben die Platten damals so reißenden Absatz gefunden, dass man die Hülle schon als Nachrichtenmagazin nutzen konnte?
In diesen Infos wird auch erklärt, warum auf der Vorderseite ein Button mit der Schrift „Star des Jahres ´77“ prangt: weil Billboard und Music Week ihm diesen Titel verliehen haben. In London, in der Royal Albert Hall. „´Wenn ich davon in Deutschland erzähle, glaubt mir keiner´, sagte er. Doch das englische BBC-Fernsehen hat alles aufgezeichnet.“ Auch ein Transparent mit den Worten „Prosit Hansi“. „Es hing an der Loge eines englischen Lords!“
Oh, und in Hamburg und Danzig war er auch. Zum Urlaub fliegt er nach Florida. Und sieh da: Grundsteinlegung für sein Fitness- und Erholungscenter in der Lüneburger Heide. Was wird eingemauert? Die erste Goldene Schallplatte von James Last. Na klar. Wahrscheinlich kriegt er jeden Tag zehn mit der Post, und da kommt´s auf eine mehr oder weniger auch nicht an.
Musikalisch steppt auf der Platte übrigens der Bär. Karneval kann kommen, muss aber nicht. Auch Geburtstagsfeten-geeignet. Hier ist was los; José, der Straßenmusikant; Amerikcan Patrol; Yes Sir I can Boogie; Griechischer Wein, Living next Door to Alice; Fett-Polka; Rock around the clock; I´m on fire…
Die Band hat richtig Speed, ist ja auch ´ne super Mischung aus Disco, Schlager, Volksmusik, Rock´n´Roll. Der Sound ist fett und poliert zugleich, der Chor und die Geräuschkulisse rocken mit. Und alles glitscht so vor sich hin, wie es sein muss. Natürlich ohne Leerrille. Denn das ist, wie James Last richtig bemerkt: verlorene Zeit für Tänzer. Es lebe das extended Potpourri. Die Übergänge auf dieser Platte sind mindestens so geniös wie die Hauptarrangements. Auf Last geht’s definitiv los!

Ist das der Abschied auf Raten vom Non Stop Dancing oder bloße Vorsicht? Hier steht keine Jahreszahl im Titel. Sondern, kaum dass das neue Jahrzehnt begonnen, der Rundumschlag. So, dass man die Kiste bei Bedarf auch zugeklappt lassen kann.
Die 80er – eingespielt aber offenbar noch ´79 – beginnen auf dem 80er-Cover noch so bunt und fröhlich, wie die 70er aufgehört haben. Sie im luftigen Kleidchen, er im Anzug mit Fliege. Allenfalls die stilisierten Neonlinien deuten an, was die Takes nicht mehr leugnen können. Ein neuer Sound zieht auf. Der coole, synthetische Pop der 80er. Pop Muzik ist so ein Stück. Auch Michael Jackson steht direkt an der Schwelle vom ausgelassenen Funk zum Ladykiller-Produzenten-Dancefloor. „Don´t stop till you get enough“ heisst der Bote. “My Sharona” war zweifellos noch voll 70er und Teenie-Smash-Bubblegum-Pop, aber wenn die schnellen, harten, kargen Riffs waren doch schon bei der neuen Zeit geborgt.
Ansonsten auch viele Takes, die es nicht zu Evergreens geschafft haben: Sad Eyes, Rise, Lead me on. Plus der Disco-Hit von Kiss, einem filmischen Machwerk mit Brooke Shields (!) entnommen: I was made for loving you. Gut, Knock on wood ist nun wirklich ein Klassiker, aber man musste wohl schon blind und taub sein, um das 1979 nicht absehen zu können.
Für meinen Geschmack ist die Platte zu gepflegt geraten. Soft und gediegen, der Sound fast breiig. Slick und smooth. Nicht mehr die klar voneinander abgesetzten, transparent ineinanderspielenden Ebenen aus vorherigen Alben. Dabei hätte James Last gerade der entzauberten Klangwelt, dem dekadenten Synthiepop der 80er die Macht des Swing entgegenhalten müssen. Es wäre seine verdammte Pflicht gewesen. Naja, er hat schon soviel anderes Gutes getan...

Was war das denn für ein Jahr, 1978? Ein schlechtes, offensichtlich. Die Party fängt schon ziemlich austauschbar an. Dancin´ Party, Satuday Night (eine Vater&Sohn-Last-Komposition) und ein Daddy Cool, das ich noch nie gehört habe.
Dabei dachte ich, 1978 müsste schon die Prä-Disco-Ära genial getobt haben. Offenbar nicht auf der Non Stop Dancing 1978. Die ist groovetechnisch ziemlich mau. Was will man auch anfangen, anders gefragt, mit Uriah Heep, Supertramp, Neil Diamond und den Wings. Der Mull of Kintyre – tiefer kann man nicht sinken. Schade. Hier hat die James Last Band leider ihre Betonschuhe an.
Der Chor, der ist immer noch top. Der ist ja auch oft besonders gut, wenn die Band ein bisschen nach hinten rückt. Dann kriegt er Raum, sich auszubreiten. Und muss sich nicht Aufmerksamkeit in sirenenhaften Lagen verschaffen.
Auf Seite 2 wird es etwas besser. Da gibt´s tatsächlich die angezogene-Handbremse-Disco von Chic (Dance, Dance, Dance), dann ein bisschen Love is in the Air und Get off you Aah! and Dance. Aber dann kommt schon der Ballermann-Hit „Tanze Samba mit mir“, und anschließend schmeißen die Searchers (Needles and pins) und Bonnie Tyler (It´s a heartache) eine Lokalrunde Valium. Unnötig, dass „Singin in the rain“ das Ganze dann zum Kasperltheater verkommen lässt. Selbst wenn „Shout it out loud“ noch mal einen furiosen Schlussakkord setzt.
Na, wer Freude dran hat, kann ja die Brauntöne des Covers als Kraftspender nutzen. Hat schon was. Aber irgendwie scheinen sich auch schon die sterilen 80er anzukündigen. Sicher, das Cover hier gehört wohl schon zu einer Neuauflage. „Jubiläumsausgabe“ steht obendrüber. Und die Serie ist für etliche Folgen duchgestylt. Aber andere Cover waren schöner, bunter, lustiger.

1976 muss ein tolles Jahr gewesen sein. Denn es brachte „I´m on fire“. Ich glaub, von 100.000 Volt. Oder so ähnlich. Wunderbar, wie James Last die feurigsten Disco-Hits adaptiert und sie trotzdem nicht leiden. Das ist ja nicht selbstverständlich. Aber Disco liegt ihm halt im Blut. Eigentlich sollte man ihn den Discoking of music nennen. Er hat so was Ausgelassenes in seiner Musik. Und für fetzige, heiße Rhythmen ist er als alter Jazzer ja sowieso immer zu haben.
Oh, und hier sehe ich weitere Perlen herannahmen: Morning Sky, AIE, Lady Lay, That´s the was (I like it), Lady Bump, Fly Robin fly, Brazil, Paloma Blanca. Wie ich schon sagte: 1976 muss ein tolles Jahr gewesen sein.
Ich nehm an, das war schon die Zeit, wo in München die Euro Disco von Giorgio Moroder tobte. Der Philli Sound sowieso. Und dann – glaub ich – Frank Farian mit der Silver Convention. Das war doch Frank Farian, oder? Da kann man mal sehen, dass die Zeit vor dem Disco-Höhepunkt die viel spannendere war. Und wenn man seinen Kindern mal erklären will, was Disco war, braucht man ihnen nur Non Stop Dancing 1976 vorzuspielen. Hier ist alles drauf!
Die Bässe scheinen mir stärker als auf anderen Platten. Die Frauen dürfen wieder etwas tiefer und damit sexier singen. Obwohl ja gerade die Silver Convention gezeigt hat, dass hohe Frauenstimmen auch sehr sexy sein können.
Die langsamen Passagen auf dieser Platte sind auch sehr empfehlenswert! Weil´s hier erst so richtig schwül und groovy wird. Und es rockt! Viel mehr als auf anderen Platten. Und die Trompeten dürfen nicht mehr ganz so frei in den Raum reinfanfaren, sondern müssen den restlichen Sound stützen. Bisschen ungewohnt, kommt aber gut.
Das oben erwähnte „I´m on fire“ hab ich vor Jahren übrigens schon mal auf einer Les Humphries-Platte erstanden. Weil ich einfach alles haben musste, wo „I´m on fire“ draufstand. Mittlerweile hab ich gottseidank die Original-Single, seitdem ist es etwas besser geworden. Ich weiß nur, dass ich sehr entttäuscht war, weil es bei Les Humphries auch nur circa 1 min 30 in einem Medley einnahm. Hier war ich drauf gefasst, bei James Last kennt man es ja nicht anders. Aber ich merke, dass etwas anderes hier noch viel toller ist: die Les Humphries Singers singen nicht mit! Nein, die waren schon gut. Jürgen Drews wird ja heute noch demütig und kriegt feuchte Augen beim Gedanken an die Les Humphries. Das mein ich im Ernst, das mit den feuchten Augen. Und dann kann man von ihm auch Sätze hören wie „Was ich solo mach, ist ja alles nix. Das ist ja alles Müll.“ Sinngemäß. Aber auf die Les Humphries lässt er nichts kommen. Kann ich schon verstehen. Ich hör auch gern Kansas City. Aber mal ehrlich, das war das Gegenteil von sexy, soulig und swingend. Das war einfach nur verbal geknüppelt, oder? Wenn die Les Humphries Singers eines nicht hatten, dann war es Rhythmus. Dafür konnten sie lustig tanzen und Verrenkungen zeigen, die man an menschlichen Wesen vorher und nachher nie mehr bemerken konnte.
Während sich James Last hier durch einen Disco Dschungel kämpft, dass es eine Freude ist. „Welcome to the party“. Freunde, das ist sein Lied! „Change with the times“. Mein Gott, das ist Studio 45, noch bevor es eröffnet hat. Au, nur „Fly Robin fly“ kommt leider nicht ans Original ran. Schon der Übergang ist ein bisschen holprig. Und hier braucht es halt doch das relaxte, gedehnte 5-Minuten-Stück. Und auch bei „One of these nights“ dauert es etwas, bis man sich an den Bigband-Swing gewöhnt hat. Aber glaubt mir, insgesamt ist diese Platte eine Perle!

So macht man das also: stellt ein Lied um, sucht einen anderen Titel – und fertig ist eine neue Platte! Recycling à la James Last – oder soll ich sagen: à la Club? Denn das hier ist eine Club-Sonderauflage. Für welchen Club auch immer.
Das Lied „Mitternacht in Moskau“ ist genau von der ersten an die letzte Stelle der ersten Seite gerutscht. Und schon wird aus „Russland zwischen Tag und Nacht“ die LP „Mitternacht in Moskau“. Auch wieder verständlich: denn zwischen Tag und Nacht liegt ja auch – die Mitternacht. Vielleicht wollte man nur ein bisschen konkreter werden. Russland – Moskau. Zwischen Tag und Nacht – Mitternacht. Die nächste Folge heisst dann: Leninstraße 3 in 64238 Moskau, Russland, um Null Uhr Null.
Wieder heisst es hier: Auch Musiker trinken gern. Aber auf der anderen Platte ist noch zusätzlich das schöne Foto in der Metro drauf.
Ansonsten: same procedure. Schwermütige russische Melodien. Oft eher geraunt als intoniert. Und natürlich wilde russische Tänze. Insgesamt eine tolle Platte, weil die ruhigen Stücke trotzdem ganz anders sind als zum Beispiel viele Takes auf den Klassik-Platten. Hier herrscht eine Art Krimi-Atmosphäre: dunkel, exotisch, kräftig. Muss man haben.
28 Melodien von der Waterkant zum Tanzen.

Aha – diese Stücke sind nicht mehr zum Mitsingen, Schunkeln und Tanzen. Wie noch auf der ersten Folge von Käpt´n James. Die sind nur noch zum Tanzen. Und wenn ich doch ganz leise mitsing? Und, guckt mal, ich schunkel sogar! Und werd gar nicht verhaftet.
Aber hier stehen noch mehr merkwürdige Sachen auf der Hülle drauf. Über Matrosen zum Beispiel, „diese raubeinigen und doch gutmütigen Abenteurer, Schwerstarbeiter und Vagabunden der sieben Weltmeere.“ Sie lieben „des Käpt´ns Musik, die aus ihrem sonst schlingernden Gang einen flotten Tanzschritt macht.“ Eine Gehhilfe à la James Last also.
Wenn ich mich entscheiden, würde ich die erste Folge mit auf eine einsame Insel nehmen. Nicht, dass die hier schlecht wäre. Aber die erste klingt noch mehr nach Springseil und Hüpfburg, also noch lebendiger und pfiffiger. Und welche Melodien sind hier drauf, die man nun wirklich noch haben musste? Na, zum Beispiel: Seemann, deine Heimat ist das Meer. Glori, Glori, Gloria. Das schemi doch einen Seemann nicht gleich um. Und: Nun ade, Du mein lieb Heimatland.

Ja, ganz recht. Das ist die gleiche Musik wie auf „James Last Non Stop & A gogo“. Und das hier ist vermutlich die deutsche Fassung, während die andere aus Holland kam. Mal wieder ein Querschnitt durch sein Schaffen also. Und wie man in der Rezension obiger Platte nachlesen kann: ein musikalisch extrem gelungener!
Wer den Schwulst aus „Song from Moulin Rouge“ nicht leider kann, muss nur dieses Lied überspringen und ist wieder mittendrin in einer glänzenden, modernen Swingsammlung. Oh, ich merk gerade: ich bin vermutlich in einer englischen Pressung gelandet. Nicht in einer deutschen! Denn hinten oben rechts steht „also playable on mono“. Nicht, dass wir Deutschen kein Mono gehabt hätten – aber da hätte vermutlich gestanden: auch abspielbar auf mono.
Okay, die Engländer also. Die waren ja auch schon in den 60ern ganz große James Last-Fans. Kein Wunder also, dass er da auch Platten rausgebracht hat. Warum aber hat man die Holländer mit einem offensichtlich durchgeknallten und schlecht frisierten Mädchen auf der Hülle abgespeist – während die Engländer den Kopf von James Last in Starschnittgröße kriegen? Vermutlich, weil die schon so schlechtes Essen haben. Und da wollte die Polydor wenigstens optische Entwicklungshilfe leisten. Na, dann will man ihnen das mal gönnen.

Was ist das denn? Wie genau nennt man solche Lieder? Aus-Omas-Jugend-Lieder? Lieder-aus-den-lustigen-20ern? Zwischen-Operette-und-Revue-Lieder? Ich find das schwierig zu sagen. Also lass ich mal ein paar Namen fallen: Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans. Warte, warte nur ein Weilchen. Komm in den Park von Sanssouci. Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist. Ich hab das Fräul´n Helen baden seh´n. Hallo Du süße Klingelfee. Klingelfee? Keine Details, bitte.
Aber hier stehen auch die Komponisten dabei. Walter Kollo zum Beispiel. Da ist man dankbar für den Hinweis auf den Vornamen. Damit man weiß: Kollo, der Ältere. Aber warum ist der Vorname bei Herrn Kollo ausgeschrieben – und bei anderen nicht? F. Raymund. R. Stolz. Silver/Cohn scheinen sogar gar keine zu haben. Und Casucci – ist das nun Vor- oder Nachname? Kann mir mal jemand von der Gema Nachhilfe geben, was das soll? Bei „Wenn die Elisabeth...“ steht untendrunter sogar: „(mit James Last)“. Huch! Ernsthaft? Oder ist das ein Scherz des Covergestalters? Ist nämlich das einzige Lied, wo das drunter steht. Sind die anderen Lieder nicht mit James Last??? Oder hat die Elisabeth sich vielleicht eingeklagt: „Ich hab wirklich mit ihm. Also schreibt das gefälligst aufs Cover drauf.“ Also bitte. „Ich hab das Fräul´n Helen baden seh´n (mit James Last)“ hätte sich übrigens auch gut gemacht.
Ansonsten sind das hier recht nette Potpourris. Mir allerdings ein bisschen zu soft, zu schwelgerisch. Um mich selbst aufzumuntern, schau ich mir schnell das Bild auf der Covervorderseite an. Das ist mal wieder eine graphische Großtat. James Last, aus einem Goldrahmen rausschauend. Mit weißem Anzug – ja, das muss man hier mal sagen: James Last gehört neben Dean Martin und Sasha zu den einzigen drei Menschen auf der Welt, die einen weißen Anzug tragen können! Das hat er oft genug bewiesen. Wahrscheinlich musste man ihn da Anfang der 80er mit einem Schneidbrenner rausholen. Mit weißem Anzug also und lila-fliederfarben-gestreiftem Hemd, das nahtlos übergeht in die lila-fliederfarben-gestreifte Krawatte. Und in flaschengrünem Passepartou! Ach, ich wollte, die 70er kämen zurück. Die Elisabeth hat man irgendwie rausgeschnitten aus dem Cover. Deshalb wahrscheinlich das grüne Passepartou.
Ich glaub, Lieder wie diese brauchen neckischere Arrangements. Da wär man bei Max Raabe vermutlich besser aufgehoben. Solche Lieder brauchen einen zupackenderen Sound und liebevolle Überpointierung, nicht soviel Weichzeichner. Sorry, aber nur mit Betonung der Melodien bei wohlklingender Verpackung verkauft man sie unter Wert. Deshalb hier nur: eine Drei minus.
James Last spielt Johann Strauß.

Das war klar. Das musste es auch noch geben. Genauso wie später die „James Last plays Abba“ kommen musste. Gibt es nicht auch eine „James last spielt Beatles“? Und wenn nein – warum nicht? Weil Michael Jackson es nicht erlaubt hat?
Hm. James Last scheint nicht weiter traurig drüber zu sein. Die Mundwinkel noch einen Millimeter höher – und es wär fast ein Lächeln! Da steht er im Konfirmandenanzug auf dem Cover, bewaffnet mit einem fetten Rosenstrauß. Der war bestimmt teuer. Hoffentlich sind das auch echte Rosen und nicht so´n Dekostrauß, der beim Fotographen in der Ecke liegt und für jedes Shooting neu entstaubt werden muss. „Fotograpfen“ hab ich eben erst geschrieben. Ich muss das mal kurz thematisieren. Das ist nämlich eine Folge der Rechtschreibreform. Ich bin so schrecklich verunsichert, wann man nun noch ph schreiben darf oder schon f schreiben muss, dass ich vor lauter Konfusion ständig pf schreibe. Konpfusion. Pfantasie. Grapfik. Wenn ich die erwische, die sich diese Scheiß Rechtschreibrepform ausgedacht haben!
Der King of Easy Listening und der Walzerkönig also. Nein, nicht dass die sich die Reform ausgedacht hätten. Aber ich dachte, ich komm mal zum eigentlichen Thema zurück. Sanft nähert sich James Last dem Dreivierteltakt. Mit seufzenden Streichern und federleichtem Beat. Nein, das ist nichts für meine trompetensüchtigen Ohren. Obwohl es sich gut anfühlt, von James Last zum Walzer an die Hand genommen zu werden. Oh, die Annen-Polka ist hier aber zart geraten. Die kenn ich in einer schmissigeren Fassung (Stichwort „Glückwuschlotterie“)... Aber nun gut. Man gewöhnt sich dran.
Ist eh komisch, James Last hauptsächlich mit Streichern und vielen leisen Tönen zu hören. Es ist, als wär man im falschen Film. Wenigstens sind viele schöne bekannte Melodien hier drauf. Das ist vermutlich auch der Sinn der Sache. „Rosen aus dem Süden“, „Frühlingsstimmen-Walzer“, „Radetzky Marsch“... Daran kann man sich ja festhalten, wenn man – so wie ich – bei zuviel Geigen im Zeitlupentempo schiffbrüchig wird. SOS.

Ha! Eine holländische Pressung. Mit James Poppins auf dem Cover. Ist das nicht süß? Ob er die selbst gemacht hat? Und dann dieser blaugestreifte Anzug! Vor dem himmelblauen Hintergrund! Mit der pink-orangefarbenen Schrift! Wow, wow, wow.
Holländische Lieder sollen hier drauf sein, sagt das Cover. Ich kenn aber auch ein paar davon. Hab mein Wagen vollgeladen. Öhm. Das war´s auch schon. Also gut: ich kenn eines davon. Trotzdem ist das ´ne super Platte. Denn wie schon der holländische Klappentext schreibt: „Een geladen, van felle koperklanken overstromende LP met hoogtepunkten uit ´Hair´ er op“. Er op? Hier ist aber nix aus Hair drauf. Und was bitte ist „tintelfrisse muziek“? Tintelfrisse muziek van James Last? Keine Beleidigung, hoffe ich.
Ich glaub, am schönsten find ich das Stück „Daar zaten zeven kikkertjes“. Wenn ich das gehört hab, hab ich bestimmt Hunger auf richtig frische kikkertjes. Die schmecken sicher lecker. Oder nicht? Huch, hoffentlich ist das nicht was total Ekliges. Aber das merkt man ja oft erst, wenn man´s mal ausprobiert. Zehn Kikkertjes mit Pommes bitte. Hoffentlich darf man Pommes in Holland essen. Nicht dass die superverfeindet mit den Belgiern sind...
Die zweite Seite ist übrigens schmissiger als die erste. Wer also den rockin´ und rollin´ James Last sucht, der sollte Seite 2 auflegen. Und sich den ersten Take reinziehen. Ich muss es mal kurz ansprechen: ich hab bei diesen euphorischen Last-Dingern immer die olympischen Spiele von ´72 vor Augen. Also, solang sie noch fröhlich waren. Ich seh dann immer Leute mit bunten Fahnen in dieses wunderschöne, stylishe Olympiastadion einziehen, das hoffentlich unter Denkmalschutz steht. Es ist natürlich Bilderbuchwetter. Und im Geiste seh ich James Last dazu die Musik dirigieren. Obwohl das bestimmt Einbildung ist. Ich glaub, Bert Kaempfert hat irgendeinen Marsch dafür komponiert. Und sein Kumpel Herbert Rehbein hat auch irgendeinen Musikwettbewerb für die olympischen Spiele ´72 gewonnen. Und wo war James Last? Hä? Wo bitteschön war James Last bei den fröhlichen Spielen von München? Auf dem Siegerpodest, hoffe ich. Dort, wo er hingehört.
Aber gepasst hätte es schon: der Einmarsch der Nationen unter den Klängen von James Last. Der hätte alle Nationalhymnen aneinandergereiht gekriegt, ohne einmal den Takt zu wechseln. Alles im Zweiviertel-Takt! Und ich weiß doch ganz genau, dass James Last der King of Siebziger war. Schließlich hab ich in den 90ern aufmerksam Musikexpress und Rolling Stone gelesen. Irgendwo da waren hinten immer die Charts von vor 20 und 30 Jahren abgedruckt. Die LP-Charts. Und in den 70ern stand da ständig in den Top Ten „Non Stop Party 132“ oder „Polka Party 700“. Da weiß man dann schon, was Sache ist.
Also, auch wenn ich hier so gut wie kein Lied kenn: ist eine nette Platte. Aber die Ännchen von Tharaus sind besser. Nicht nur, weil ich da die Melodien kenne. Sondern weil sie besser sind. Nichts für ungut.
28 Melodien von der Waterkant, zum Tanzen, Schunkeln und Mitsingen.

Das ist sie also, die berühmte „Käpt´n James“. Erste Folge. Ich hatte ja was Schwerfälliges, Betuliches erwartet. Bin nicht so der große Shantie-Fan. Aber da hat er mich auch schon an der Angel: mit lockerem Swing-Beat und diese tollen, leuchtenden Trompeten-Stößen. Sind das überhaupt Trompeten? Ich glaub, für mich ist alles, was nach Blech und Bläsern klingt, Trompeten.
Das ist natürlich Quatsch. Vermutlich sind unter den „Trompeten“ auch mehrere Trompeten. Aber auch eben auch andere Blechblasinstrumente. Posaunen zum Beispiel. Aber hat auch ein Saxophon Zutritt zu dieser erlauchten Gesellschaft? Also, auf dem schicken alten James Last-Poster, das ich einer anderen Platte entnommen habe, ist kein Saxophon zu sehen. Dafür jede Menge Trompeter. Und ein paar Posaunisten. Ich will mich künftig zusammenreißen und „Blech“ schreiben.
Also: super Blech, hier drauf! Das brauch ich schon, um mit James Last und überhaupt glücklich zu sein. Diese tollen kleinen Fanfaren, die immer wieder Zunder geben. Ach, wie das fließt. La Paloma, The Banks of Sacramento... Und dieser Chor, der luftig drüberschwebt. Also, da haben sie sich schon in einen kleinen Rausch gespielt, die Herrschaften von der James Last Band, oder? Jedenfalls spielen sie mich grad in einen Rausch.
Wer denkt, diese Platte hätte einen Bart und wär nur schwer erträgliche norddeutsche Folklore: No! Das ist Super-Spitzenklasse-leicht-rockender-und-trotzdem-softer-Easy Listening. Da bleibt kein Fuß ruhig und kein Auge trocken, wie man so sagt. James Last hat einen Bart – ja. Aber das tut hier nichts zur Sache.
Heute geht´s an Bord, Die Liebe der Matrosen, Rolling home, Muß I denn... Wer jetzt noch kein Fernweh nach der See hat, mit dem stimmt ´was nicht. Ich wird vermutlich gleich meine Koffer packen. Und Städte wie Bremen und Hamburg wären gut beraten, ihre Kernbereiche ganztägig mit dem Käpt´n James-Sound zu beschallen.
Und wenn ich nochmals betonen darf: James Last wär ein klasse Kapitän für´s Traumschiff! Schaut Euch nur mal diesen verschmitzten Käptn an, der hier aus dem türkisfarbenen Rolli guckt! Von dem müsste er sich natürlich trennen. Ein Traumschiffkapitän trägt ein gestärktes weißes Hemd, aber keinen türkisfarbenen Rolli. Der ist höchstens was für die Afterparty. Ahoi!

Wieder eine holländische Platte. Mit Evergreens. Ganz klassisch: Track auf Track. Nix Party. Obwohl hier Non Stop und A gogo steht. Was für ein Kombination!! Hätte es nicht noch heißen müssen: Happy non stop a gogo?
Ist jedenfalls eine grandiose Swing-Sammlung. Frisch, originell, bezaubernd. Echte Perlen. Ich könnte noch Stunden so weitermachen...
Komisch, dass „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ hier als „Eine ganze Nacht“ firmiert. Aber es ist natürlich trotzdem ganz großes Kino. Mit großem Tamtam und viel Hall. James Last hat einfach ein Händchen für Atmosphäre. Und die findet sich auf der ganzen Platte: Greensleeves, Hello Dolly, Sloop John B, Lara´s Theme, I got you Babe, Yellow Submarine, Das Wandern ist des Müllers Lust...
Knackbass, Latin-Rhythmen, Vibraphon-Soli – gibt nichts, was es hier nicht gibt. Lassen Sie sich nicht von der bemüht keck schauenden Dame auf dem Cover abschrecken. Das hier ist eine super, super Platte! Ganz anders als das James Last-Klischee mit den Party-Platten und den Pop-Medleys. Obwohl die auch klasse sind, ich kann´s nicht oft genug sagen. Aber hier ist auch so richtig alter, plüschig-gediegener Bar-Jazz drauf. Und die Luft der Beat-Ära weht ganz kräftig durch. Wunderbar produziert. Knackig, satt und raumgreifend. Macht die Wohnung gleich ein paar Quadratmeter lauter, wenn´s aus den Boxen wummert.

Ungefähr vier Last-Platten hat es gedauert, bis ich gemerkt hab, woher ich das „Theme from Elvira Madigan“ kenne. Nein, nicht aus einem Mozart-Konzert, wie man vielleicht vermuten könnte. Nein, aus dem Schlagerprogramm des Saarländischen Rundfunks. Aus dem Lied „Seelenfeuer“ von Claudia Jung und Richard Clayderman. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – aber das ist doch komplett bei Mozart geklaut! Wahrscheinlich ist es sogar im Kleingedruckten auf der CD verzeichnet, und ich hätte bloß mal besser hingucken sollen.
Egal. Es ist die alte Misere. Ich und James Last-Klassik-Platten. Wir werden keine Freunde mehr. Und ich glaube, das liegt an der Struktur der Stücke selbst. Vielleicht auch am zu diskreten Beat. Aber vor allem, glaub ich, an der Struktur der Stücke.
Das sind halt keine Lieder: Intro-Strophe-Refrain-Strophe-Refrain... Nein, das sind durchkomponierte Werke aus nach irgenwelchen Druidenrezepten angeordneten Sequenzen. Das geht nicht so medias in res wie zum Beispiel bei, sagen wir, „Mohikana Shalali“ oder „Heute haun wir auf die Pauke“. Und genau das stört mich vermutlich. Dieser langatmige Aufbau, ohne dass es rockt. Da kann James Last nix dafür. Und da kann auch die Musik nix dafür. Die ist halt so. Während ich eher der Strophen-Refrain-Typ bin.
Klasse in Szene gesetzt ist das hier, keine Frage. Diese mäandernden Flöten in der Moldau – die werde ich jetzt in meinem Unterbewusstsein immer hören, wenn mir die Moldau im späteren Leben begegnet. Das ist so, wie wenn man die Vier Jahreszeit mit Nigel Kennedy kennt. Und dann noch mal eine konservative Einspielung hört. Dann erwartet man auch immer so´n scharfes Kratzen an den entscheidenden Stellen.
Auf dieser holländischen Pressung sind hinten ein paar interessante Fotos auf dem Cover. Warum bei uns eigentlich nicht? Bei uns sind immer nur die Cover weiterer Last-Platten abgebildet. Als hätten wir nichts besseres zu tun als kaufen, kaufen, kaufen. Hier hingegen ist ´ne halbe Homestory drauf. Zunächst mal: der Blick in James Last´s Arbeitszimmer. So übersetz ich mal das Wort „Werkkamer“. Mensch, liegen da viele Tonbänder rum. Und Schallplatten. Sogar ohne Hülle. Und die liegen auch noch vertikal aufeinandergetürmt. Sowas macht man nicht! Und was da noch alles auf dem Flügel rumliegt... Da hat jemand so´n tollen weißen Flügel – wovon andere nur träumen können – und was macht er damit? Legt Zeug drauf. Sowieso ist da kein Durchkommen mehr, in dem Zimmer. Wofür stehen da eigentlich noch die roten Sessel rum? Hier kann man doch eh niemanden empfangen. Wahrscheinlich für Herrn Last selber. Falls er den Klavierhocker auch noch mit lauter Zeug überhäuft. Aber schick ansonsten, der Raum. Viel Weiß und Rot und ein bisschen Braun. Nur die Decke scheint mir ein bisschen niedrig. Ist das ein Bungalow, in dem die Familie Last wohnt? Denn bestimmt liegt dieser Arbeitsraum im Familienhaus. Ob die Kinder da auch von 14 bis 18 Uhr nicht stören durften – so wie bei Thomas Mann? Nur dass der nicht so tolle Musik gemacht hat. Den hätte man ruhig mal öfter stören können. Da wär uns einiges erspart geblieben.
Ich wette, in diesem Arbeitszimmer riecht es wahnsinnig nach Chemie. Wegen der Tonbänder. Ich weiß, wie Tonbänder riechen... Jedenfalls nicht gesund. Vielleicht brauchte James Last diesen Geruch, um so richtig psychedelische Arrangements schreiben zu können. Sogar ein Diaprojektor steht da rum. Das erkenn ich, so einen hatten wir in den Siebzigern auch. Und die Dias steckten in so kleinen, berillten Kästen, die ganz schön geklappert haben. Würd mich nicht wundern, wenn sich der ein oder andere Dia-Aufbewahrungskasten unter den Percussions der, sagen wir, Beach Party fände.
Eine Gitarre seh ich da noch an der Wand lehnen. Und im Schrank steht sogar eine seiner eigenen Platten. Und wenn mich nicht alles täuscht, ist das die „This is James Last“. Gab´s die auch in Holland? Wär doch blöd, wenn man auf einer holländischen Platte ausgerechnet ein Foto aufdruckt, auf dem eine Platte vorkommt, die´s in Holland gar nicht gibt. „Ich hätte gern genau die da“, sagt der holländische Kunde, im Plattenladen mit vorliegendem Cover wedelnd und auf den kleinen Fleck im Foto oben links zeigend. „Moment“, sagt der Verkäufer, erstmal eine Lupe holend. Um dann zu sagen: „Das ist die ´This is James Last´. Die muss ich re-importieren. (klingt gut) Die Polydor schickt mir die bestimmt, wenn ich da anruf. Nur James Last darf nichts merken.“ Denn James Last hat sich in den 70ern mal milde beschwert, dass zuviel Musik von ihm im Umlauf ist. Weil nämlich Platten, die er nur für´s Ausland gemacht hat, re-importiert wurden. Und schwupp! – gab´s in Deutschland schon wieder eine James Last-Platte mehr. Ohne dass er was dafür konnte.
Das Zimmer auf dem Foto in der Mitte ist das Trophäen-Zimmer. Das betritt James Last auch nur im Frack. Um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Memento mori. Und seiner Fans zu gedenken, die ihm mittelbar ja die ganzen Preise einbringen. Oder nicht? Ist ja auch wurscht. Ich glaub, der fünf- bis sechste Preis von links ist eine Goldene Europa. Eine Goldene Europa, übrigens, liebe Polydor. Keine „Europa“, wie ihr im Begleitheftchen zur Jubiläums-Ausgabe von Non Stop Dancing schreibt. „Die Europa“ gab´s gar nicht. Das heisst das Europa und ist ein Kontinent! Einen goldenen Löwen erkenn ich noch, der muss von RTL sein. Für die hat James Last ja, glaub ich, auch eine Titelmelodie geschrieben: Happy Luxemburg. Als Erkennungsmelodie von Radio Luxemburg.
Und ganz rechts auf dem Foto dann: das Aufnahmestudio. Das hatte ich mir ja schon anders vorgestellt. In poppigen Farben, spacig, mit viel Plastik. Statt dessen sitzen die hier wie die Philharmoniker von Sowieso in einem holzgetäfelten Konzertsaal. Und James Last hat seinen Stuhl auf einer Art Gerüst stehen, das aussieht, als hätten es die Bauarbeiter bei der letzten Reparatur vergessen. In Krimis werden auf so Dingern die Leichen seziert... Was soll´s. Wird schon alles seinen Zweck haben. Und vielen Dank auch für die Einblicke! Von dem Anzug auf dem Vordercover rate ich übrigens ab. Die weiße Borte am Revers lässt jeden Mann aussehen wie Hanswurst. Und dann noch die gelbe Fliege. Na, ich weiß nicht.
Damit will ich es auch bewenden lassen. Zur Musik ist schon im Zusammenhang mit anderen Classics- und Concert-Platten genug gesagt.

Da hat der Kostümbildner nicht lang überlegen müssen. Eine Weihnachtsplatte? Da verkleiden wir James Last doch als Weihnachtsmann! Und Herr Last macht ja bekanntlich jeden Unfug mit. Wahrscheinlich ist das Foto eh im Sommer geschossen. Sowas kann man ja nicht erst im Winter machen, dann ist es zu spät. James Last steht also im nicht klimatisierten Studio und schwitzt als Weihnachtsmann vor sich hin.
Während es sich seine Band bei ein paar Takten Beach Party gut gehen lässt. Natürlich von Platte. Der Chef ist ja weg, der hätte ihnen sonst ganz schön was erzählt. „Ey! Wofür habt Ihr Hände, Münder und Instrumente?!! Spielt das gefälligst selbst. Andere wären froh, wenn sie so was könnten. Und der Plattenspieler fliegt jetzt endgültig raus hier!“
Ich hoffe, ich kann durchsetzen, dass diese Platte bei der nächsten Familienweihnacht gespielt wird. Das ist nämlich zum Wahnsinnigwerden. Die Familienweihnacht wird mittlerweile bei mir gefeiert. Aber die Hintergrundmusik bestimmt immer noch – meine Mutter! Sie versucht´s zumindest. Letztes Jahr hat ihr der Saarländische Rundfunk einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Kulturkanal lief etwas definitiv Unweihnachtliches. Und auf der Schlagerwelle wurden Märchen gelesen. Ich hab dann versucht, heimlich einen Kaempfert unterzujubeln, der auf meinem Gabentisch lag. Wär auch sehr edel gewesen. Ist nur leider die Einspielung vom Londoner Konzert, und da experimentiert Kaempfert mit gewaltigen Dynamik-Wechseln. So oft kann man gar nicht zum CD-Player rennen und leiser machen, wie der seine Fortissimo-Passagen abfeuert...
Wenn ich in Therapie wär, stünde das Arbeitsziel für dieses Jahr schon fest: bei der Familienweihnacht in meiner Wohnung meine Musik laufen zu lassen. Und das wäre dann James Last! Außerdem hätte ich da natürlich noch das legendäre Christmas-Album von Phil Spector anzubieten. Aber das ist dann schon die nächste Stufe. 2005...
Ich weiß, meine Mutter wird ein Haar in der James Last-Suppe finden. Aber ansonsten möchte ich doch mal in die Runde fragen: Liebe Leute, was lässt sich denn gegen diese tolle Musik einwenden? Das klingelt und rasselt, wie es an Weihnachten sein muss. Nein, es perlt! Und einen Raumklang zaubert James Last, dass es eine Freude ist. Von ganz weit hinten klappert da ein kleines Hölzchen. Während vorne eine Glockenspiel-Combo „Es ist ein Ros entsprungen“ tupft. Die hohen Frauenchöre auf die Silbe „Ha“ – nie waren sie passender als hier! Und ich vermute, genau diese Chöre auf „Ha“ wären auch das missing link zu der Weihnachtsmusik, die meine Mutter jedes Jahr fieberhaft im Radio sucht. Doof, dass wir hier nur noch einen Privatsender und RTL Oldie Radio haben...
Nein, dieses Jahr ist James Last dran! Ich möchte mich auch ausdrücklich bedanken für die tolle grüne Farbe auf der Coverrückseite. War das nur für Holland vorgesehen? Ich finde, das passt super! Ich muss gar nix mehr rauchen: bei einem Weihnachtsmann auf apfelgrünem Hintergrund wird ich vom Ansehen schon high. Noch was, was einen Weihnachten leichter überstehen lässt. Vor allem Familienweihnacht. Und dann noch diese orangefarbene Schrift obendrüber. Toll, toll, toll. Die 70er waren schon für was gut!
Unnötig zu erwähnen, vermute ich, dass hier die Crème de la Crème der Weihnachtsklassiker drauf ist. Von White Christmas über Alle Jahre wieder bis Morgen kommt der Weihnachtsmann. Die einzigen Stücke, die ich nicht kannte, waren A, A, A, Der Winter, der ist da, Christnacht und Wenn der Schnee vom Himmel fällt. Und ein paar Songs aus Lasts eigener Feder: Midnight in december, O Wunder über Wunder und Schlittenfahrt im Winterwald.
Natürlich alles in Medleys. Das wird meine Mutter ärgern. Weil sie zu den Menschen gehört, die alle zehn Strophen von Leise rieselt der Schnee kennt. Und jetzt wird nichtmal eine abgefragt. Sondern nur der Refrain! Aber dafür säuselt, rieselt und schallt es. So, wie es sein muss an Weihnachten. Die große Tonsetzer-Kunst von James Last – sie hat auch diese Platte durchdrungen!

„Kennen Sie die Leute auf dem Cover alle mit Namen?“ möchte man James Last fragen. Schließlich feiert er hier mit ihnen. Sogar Kinder sind dabei.
Und was unterscheidet die Beach Parties von den Non Stop Parties? Nun. Erstmal scheinen das vor allem latin-angehauchte Stücke zu sein. Obwohl mir gerade der Strand eher nach Nordsee-Schlick aussieht. Vor allem, wenn ich die Rückseite anguck, krieg ich sofort Gänsehaut.
Es ist alles sehr gemächlich, und ein bisschen angegospelt. Aber nix mit Gesprächsfetzen und Gläserklirren. Vielleicht gibt´s bei Beach Parties nix zu trinken. Klingt auch eher nach einer normalen Band als nach Bigband. Entweder kleinere Besetzung oder nicht so spektakuläre, kunstvolle Arrangements. Bisschen schlichter alles.
Und viel Gesang! Hier darf der Chor in ganzen Sätzen Jodeln, und das tut er sehr angenehm. Viele tiefe Frauenstimmen. Und viel näher dran am „natürlichen“ Gesang als die gedrechselten Einsätze in den hohen Lagen, die man sonst von den James Last Platten kennt. Ich glaube, ich fang an, das Prinzip der Beach Party zu verstehen. Hier ist alles viel lockerer und ungezwungener. Kein Kleiderzwang. Keine straff durcharrangierten Stücke. Kein „Feuer frei“ der Trompeten. Eher diskreter Beat, dafür leise Rasseln etc. Relax, Baby. Alles fließt.
Die Songs sind very End-60er: Kumbayah, Blowin´ in the wind, El Condor Pasa, Once on a saturday morning... Nur bei “Happy Brasilia” dürfen die Musiker – insbesondere die Percussionisten – raushängen lassen, was sie können. Und das ist wirklich eine Wucht: eine reine Percussionseinlage, wie direkt vom brasilianischen Karneval eingeflogen.
Passend dazu sehen die Fotos natürlich wie Schnappschüsse aus. Hat was sehr Authentisches. Im Gegensatz zu den arrangierten Szenen auf den 80er-Strandplatten. Wer James Last mit Anglerhut auf der Birne sehen will, muss diese Platte einfach haben!

Mal wieder eine Compilation aus den 80ern. Aus der Reihe mit diesen verschwommenen, am liebsten in Rot-, Braun- oder Gelbtönen gehaltenen Coverfotos. Soll so was von „de luxe“ haben. Drinnen ist aber dann doch die bekannte, beschwingte Last-Musik.
Sowas wie „Bittet zum Tanz“ find ich auch lustig als Titel. Denn wann bittet Last schon mal nicht zum Tanz? In derselben Reihe gibt´s noch „Instrumental forever“, „Non Stop Party“ und „Wir tanzen Polka“. Soviel zur Folge „Bittet zum Tanz“... Aus „Melodien der Zärtlichkeit“ und „Romantische Träumereien“ hätte sich auch locker ein Doppelalbum machen lassen. Und die Platte „Die schönsten Melodien der Welt“ darf sich selbst aussuchen, wo sie sich dazuordnet.
Die Reihe „Das Beste aus meinen Goldenen“ ist nichts anderes als die leicht umsortierte Neu-Auflage der früheren Last-Erfolgsreihen. Es gibt auch noch je eine Platte mit Seemanns- und Volksliedern.
Und es gibt jeden Menge verschiedene Arten, sich zum Tanz bitten zu lassen. Da ist die spektakuläre Bostella aus den 60ern, natürlich Rock´n´Roll, Charleston und Swing á la Chattanooga Choo Choo. Da ist aber auch viel Sanft-Fließendes aus Operetten und jede Menge Popsongs und Schlager. Von Fernando über Schmidtchen Schleicher bis Michaela.
Ist immer ein bisschen ungewohnt, Last so ohne seine durchkomponierten Partyplatten zu hören. Irgendwie ist man es ja doch gewohnt, dass nichtmal eine Millisekunde Pause ist – so ganz ohne Gläserklirren, Partygeräusche und Klatschen. Da fehlt einem richtig was, wenn die Titel mal ganz klassisch und klar voneinander abgesetzt aufeinanderfolgen.
Aber, ah, auf der zweiten Seite ist doch ein bisschen typischer Partysound dabei. Gottseidank, ich hab mich schon so allein gefühlt. Wer diese Geräusche wohl im Studio produziert hat? Ob das wirklich Freunde und Bekannte waren? Oder ob das nicht eher der Zweitjob des Chors war? Wahrscheinlich wurde das beim Vorsingen schon mit abgefragt: „Lachen Sie mal laut! Tun Sie mal ob sie so, als ob Sie sich mit jemandem fröhlich unterhalten würden. Und jetzt: klatschen!“ Nur wer singen und laut lachen konnte, hatte eine Chance, in den James Last Chor zu kommen.
Man denkt ja immer – und wahrscheinlich auch James Last – dass die Leute diese Platten bei Parties abgespielt haben. In Wahrheit haben die die vermutlich im stillen Kämmerlein gehört, so wie ich jetzt. Gibt eine Riesendunkelziffer einsamer James Last-Hörer! Die nutzten die Platte als dieses „virtuelle Lagerfeuer“, wie auch viele Fernsehzuschauer die Glotze nutzen: um sich nicht ganz allein zu fühlen. Alle Bands dieser Erde könnten vermutlich noch viel mehr Platten verkaufen, wenn sie sich auch so ´ne Geräuschkulisse unterlegen würden. Aber da sind sie sich wahrscheinlich zu fein für, die Herrschaften. Ich stell mir das grad vor: Metallica, Modern Talking und Britney Spears im Party-Sound. Bei vielen Bands – ich denk da zum Beispiel an Pur – hätte es ja auch den angenehmen Nebeneffekt, dass man weniger von der Musik hört.
Aber wahrscheinlich hat James Last da ein Monopol für und gestattet es niemand andere, seine Musik mit Gläserklirren und Luftballonplatzen zu garnieren. Schade eigentlich.

Kostümball bei Lastens! Und die wichtigsten Accessoires: blonder Ellbogenschmuck. Zwei genauso grell wie albern verkleidete Weibsleut. Hei-jei-jei... Und dazu dieser knatschblaue Hintergrund. Wieviele Käufer sind eigentlich an diesem Cover blind geworden? Mir wird grad auch schon ganz anders. Nein, das war bestimmt Bestandteil einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Kampagne: Mehr Lebensfreude durch Hellblau. Hätte jedenfalls gepasst in den 70ern. Wo man jetzt all die hübschen Sachen aus Plastik machen kann – warum nicht noch alles in den gleichen Farben anpinseln?
Mit Lehár und Last haben sich jedenfalls zwei gefunden. Partners in Crime. Wer denkt, hier kommt so schwülstige Operettenscheiße raus: oh nein. Wunderschöne Melodien im luftigen Easy Listening-Sound. Dein ist mein ganzes Herz, Schön ist die Welt, Da geh ich ins Maxim, Wolga-Lied... Kein Muff, kein Staub, keine Häkeldeckchen. Sondern schnittige Medleys im Bigband-Sound. Mit der Eleganz, aber auch diesem Strahlen und der Euphorie, die eben nur der Happy Sound hat.
„Sitting in his house in Vienna´s Theobaldgasse, master Lehár would be pleased and think: clever trick!” Selbstredend.

Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen: Das muss der Hit gewesen sein in bundesdeutschen Wohnzimmern der 70er. James Last auf Wien-Beutezug. Und wie er da schon auf dem Foto sitzt. So´n keckes „Na, wollt Ihr nicht auf mal?“ im Blick. Was er da trinkt, ist aber kein Wein, sondern obviously Kaffee. Wiener Melange wahrscheinlich. Paar Zeitungen scheinen noch auf dem Tisch zu liegen, die Stühle sind natürlich echte Kaffeehaus-Stühle. Aber die Fototapete hinter ihm ist ganz schlimm. Ich hoffe, dass nicht wirklich ein Kaffeehaus in Wien so aussieht. Sondern dass das nur getürkt, höhö, ist.
Interessant, dass man sich getraut hat, bei einer Wien-Platte so´n graues Cover zu machen. Da hätte ich jetzt so Musikantenstadl-Deko erwartet: mit vielen Blümchen, Spitzengardinen, Flieder etc. Hier wollte bestimmt jemand die morbide Seite von Wien betonen.
Und so allein, wie er da sitzt, der James Last. Ob sich da nicht mal ein Busladung Weiblichkeit dazusetzen will? Man kriegt ja direkt Mitleid.
Aber die Musik ist wirklich schön. Angenehme Mischung aus etwas Süßlichkeit, aber auch viel Pep. Und viel, viel Atmosphäre. Unglaublich, was das James Last Orchester da wieder rauskitzelt. Die haben so wahnsinnig viel Gefühl in den Gliedern, wahrscheinlich könnten die das auch mit den Füßen spielen, und das würd noch toll klingen.
Auf der zweiten Seite geht´s gleich mit viel Fröhlichkeit weiter („Wiener Praterleben“). Luftig, flott und bunt. Und ich seh schon, da kommen meine geliebten Polkas: die Tritsch Tratsch Polka und eine Pizzicato Polka. Und James Last weiß genau, wo das Publikum die Streicher haben will: „Im Prater blühn wieder die Bäume“. Ich mag das nicht so gern, aber mich fragt ja auch keiner.
Sieh da, die Tritsch Tratsch Polka mal mit einem anderem Arrangement. Vergleichsweise Midtempo und nicht so geknüppelt. Obwohl ich die Thrash-Fassung auch sehr mag: so laid back klingt das auch gut.
Bei der Pizzicato Polka hätte ich mir dafür mehr Streicher erwartet. Da doch Pizzicato mit gezupften Saiten zu tun hat, und das geht bei den Bläsern schlecht. Na gut, da war so ´ne Art Hackbrett. Aber das muss ja eh immer gezupft werden. Ich find Pizzicato ja spannender bei Streichern, die sonst eben gestrichen werden. Trotzdem schön geworden, diese Einspielung. Auch ziemlich laid back: neue deutsche Entspanntheit. Aus damaliger Sicht. Müsste doch für die Volksmusikfans eine Revolution, wenn nicht ein Affront gewesen sein. Denn mit Uffta-Marschmusik hat das nichts zu tun. Nee, das ist schöner, folkloristisch angehauchter Swing. Danke noch mal, James Last.

Oha, jetzt geht´s aber los. James Last trifft auf österreichischen Schmiss. Robert Stolz! Au weia. Das ist der, wo die Witwe Einzi heisst. Was ist das, bitte für ein Name? Einzi.
Und gleich mittenrein: Zwei Herzen im Dreivierteltakt. Mit Streichern, aber gottlob auch pfeffrigen Bläsern. Ein bisschen muss er aber aufpassen, dass es nicht zu süßlich wird. Sowas lässt sich, glaub ich, noch besser im Fernsehen ertragen. Wenn alle Künstler des Abends sich in lächerlichen Kostümen zum Medley treffen. In passender Kulisse natürlich. Und auch der Moderator hat einen Solo-Part.
Ach, ich lieb das ja, wenn das Blech den Rhythmuspart spielt. Mach ich mich verständlich? So als geblasene Basslinie. Aber nur so kleine Akzente auf – immer abwechselnd gespielten – zwei Tönen. Die müssen exakt einen Halbton auseinanderliegen. Das geht dann zum Beispiel immer: c-h-c-h-... So wie beim Schlusspart der ZDF-Hitparadenmusik. Wo musikalisch eigentlich gar nichts mehr passiert. Aber die Band gibt noch nicht auf und lässt das Publikum nicht aus seinen Klauen. Während die Percussions vorwärtstreiben, sich in Trommelwirbeln förmlich überschlagen, und die Streicher grad mal gar nix zu melden haben, passiert eigentlich nichts außer diesen kurzen Bläser-Einwürfen.
Wo kriegt man eigentlich eine lange Fassung dieser Hitparadenmelodie her? Und wie heisst dieses Ding, verdammt noch mal? Ist das am Ende eigens dafür komponiert worden? Auf CD findet man das nur in unter einer Minute. Aber auf der DVD „Das Beste aus der ZDF-Hitparade“ ist eine viel längere Fassung drauf, ich hab´s genau gehört.
Die Robert Stolz-Platte macht jedenfalls Laune. Der Sound ist nicht ganz so überzogen, wie ich´s erwartet (und gutgefunden) hätte. Nee, ist vergleichsweise ruhig und un-schrill. Aber doch mit genug Tschingderassabum, um Spaß zu haben. Die Trompeten schmettern, die Gitarren schnalzen, der Drummer gibt der Band lässig die Sporen. Nur ganz selten darf so ´ne Geige mal solo wimmern.
Und die Lieder haben so schöne Namen wie „Jung san ma! Fesch san ma!“, „Im Casino, da steht ein Pianino“ oder „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“. Ist das nicht toll? Genau. Auch das superschöne „Salome“ ist hier drauf. Das gibt´s zu Recht auch später noch auf anderen Samplern. Das ist so richtig frisch und flott von James Last in Szene gesetzt. Und bei den Medleys gibt´s zwischendurch auch tolles Piano-Swing-Geklimper.
Was ich auch sehr gern mag, ist, wenn sich die Bläser so gegenseitig hinterherjagen. Wenn einer mit seinem Einsatz immer weit nach den anderen kommt, wenn die grad anfangen, still zu werden. Ja, Trompeter, meinetwegen auch Posaunist sein in der James Last-Band – dafür würd ich glatt noch mal auf die Welt kommen.

Ich bin ja nicht so´n Freund dieser Reihe. Obwohl die Einspielungen zweifellos raffiniert sind. Melodien aus Madame Butterfly, die Moldau, Musik von Rodrigo, Zigeunerweisen, Chopin, Ravel etc. Lustig finde ich, wenn – aus vermutlich rechtlichen Gründen – hinter dem Komponisten der Verlag steht. Das sieht dann zum Beispiel so aus:
(Friedrich Smetana) Happy Music
Oder:
(Frédéric Chopin) Happy Music.
Da find ich´s besonders lustig, weil Chopin doch so´n trauriger Mensch war.
Die Flöten allerdings in der Moldau: sehr schön. Ich sag´s ja immer wieder: James Last hat gute Ideen und tolle Musiker. Und wenn Millionen Deutsche auf dieses Orchester abgefahren sind – warum beglückwünscht man sie nicht zu ihrem super Geschmack? Warum macht man sie immer nur als Middle of the road-Spießer fertig? Hm? Ich versteh das nicht.
Insgesamt recht ruhig, diese Platte. Ist so was für den Sonntagmorgen. Oder – wenn man mag – auch im Hintergrund beim Kaffeekränzchen.
Wollen doch mal sehen, wie sich Herr Last so auf dem Cover präsentiert. Aha. Lustwandelnd vor einem Pavillon im Grünen. Arme vor dem Körper verschränkt – das sieht ja nicht so entspannt aus. Und da glitzert auch noch ein fettes Goldkettchen am Handgelenk. Wenn er das mal nicht Dieter Thomas Heck geklaut hat. Der hat sein´s, glaub ich, von Heino bekommen. Ganz früh, vielleicht schon zu ersten ZDF-Hitparade, als Talisman. Obwohl ich glaub, dass Heino gar nicht bei der ersten ZDF-Hitparade dabei war. Ach was, Heino war einfach überall. Wo der deutsche Schlager auch hinkam und sein Fähnchen in den Gipfel hauen wollte – Heino war schon da. Ja, so wird´s gewesen sein.
Jedenfalls trägt James Last hier deutlich sichtbar einen Leinenanzug. Wir schreiben 1976, und ich glaub, da war er mit einem Leinenanzug schon ganz weit vorn dabei. Knittern die nicht höllisch? Der hier nicht. Gepflegt, gepflegt. Und das Cover ist von der Aufmachung her grad so an der Grenze zwischen 70er und 80ern. Im Gegensatz zur Musik gefällt mir das Cover sehr gut. Und die Musik ist auch nicht schlecht, sie macht nur müde. Sehr geigenlastig, diese im speziellen. Nee, diese Classics up to date sind nichts für mich.

Ich hätte jetzt was mit Live-Atmo erwartet. Aber hier muss ich wohl noch was über die verschiedenen Konnotationen des Konzerts lernen. Es ist in diesem Fall das Konzert, „in“ das man geht. Nicht „auf“. Solche Konzerte gibt´s ja auch. Aber hier ist es das Konzert, in das man geht. Will sagen: es handelt sich um ein sogenanntes „klassisches“ Konzert. Und der Begriff „Konzert“ dient hier allein dazu, diese Platte ein bisschen hochkulturell aufzuwerten.
Er soll eine Aura schaffen. Eine Aura des Respekts. So wie man eben ehrfurchtsvoll ins Konzert geht, sich setzt und andächtig lauscht. Ohne Partygeplapper, ohne Tanzboden, ohne Rucki-Zucki.
Es ist ausdrücklich kein Live-Mitschnitt eines James Last-Konzertes, auch wenn ich mir das sehr gewünscht hätte. Aber was hätte dann die merkwürdige Frau im Strahlenkranz auf dem Cover gesollt? Andererseits: was soll sie denn hier???
Nun gut. „In Concert“ ist jedenfalls wieder eine Mischung aus sogenannten E-Musik-Stücken. Und das in einer Zusammenstellung, wie man sie vermutlich überall findet, nur nicht im klassischen Konzert. Egal. Die James Last-Welt ist eine Fantasie-Welt. Hauptsache Euch geht´s gut, Leute. Mit Mozart, Beethoven, Schubert, Bach, Mendelssohn und Borodin. Klingt alles gleich, sagt Ihr? Ja, dann hat James Last was richtig gemacht. Denn so soll es ja am Ende auch sein.
Mir persönlich ist es zu getragen. Trotz des leisen, durchlaufenden Beats. Und zu viele lahme Streicher. Aber insgesamt ist das schon eine interessantristische, sehr exotische Begegnung von Easy Listening und Klassik/Barock/Impressionismus/Romantik und was sich hier halt noch so alles verbirgt. Und Herrgott – warum sollen diese Kompositionen heiliger sein als Rucki-Zucki und Nackedi-Nackedu? Da wart ich noch drauf, dass mir das mal jemand schlüssig erklärt.
Danach können wir dann weiter darüber reden, ob es barbarisch ist, nach ´45 noch klassische Autorenwerke mit Streicherwolken und Hi-hats nachzuspielen. Ich bin der Meinung: nein.

Das musikalische Portrait mit Gesamtkatalog.
Was bitte ist ein musikalisches Portrait? Heisst das, dass wir nach schätzungsweise 120 James Last-Platten jetzt endlich den echten zu sehen bekommen? Beziehungsweise zu hören. Was war auf den anderen Platten drauf, wenn das jetzt ein musikalisches Portrait ist?
Es soll wahrscheinlich mal die ganze Bandbreite gezeigt werden. Da ist erst der bearbeitete Schumann, also ein Stück aus der E-Musik. Dann „In the mood“, um zu zeigen, was James Last aus amerikanischen Swing-Klassikern macht. Was Tolles, in diesem Fall.
Dann die Kosaken-Patrouille – man ist ja schließlich weltoffen. Und weitgereist. James Last war übrigens auch schon in Russland. Man höre nur Platten wie „Russland zwischen Tag und Nacht“, „Mitternacht in Russland“ und...
Hach, und da ist auch die Dolannes Melodie. Die stammt aus derselben Schmiede wie die Ballade pour Adeline. Und bei mir hieß sie als Kind nur die „Musik vom Nationaltheater“. Ich muss sie zum ersten Mal gehört haben, als wir am Mannheimer Nationaltheater vorbeifuhren. Und ich mochte sie sehr gern. Mein Vater sang gern einen Text darauf, der ging „Zuerst war es Liebe. Aber dann gab es Hiebe“. Dem Kleingedruckten entnehme ich, dass dieses Stück der Last-Platte „Happy Summer night“ entnommen wurde. Das klingt natürlich schick. „Happy summer night“...
Und noch ein Schwung Volkslieder. Aber nicht etwa aus dem Ännchen von Tharau, sondern aus „Freut Euch des Lebens“. Auch das ist James Last, jawohl.
Weiter geht´s mit der Sportpalast-Polka! Ist das toll? Eine Sportpalast-Polka! Gibt´s auch eine Supermarkt-Polka? Eine Trinkhallen-Polka? Und eine Jugendzentrum-Polka? Ich finde, alle Volkstreffs müssten Polkas bekommen. Die Bushaltestellen-Polka. Die Bahnhof-Polka. Die Telefonzellen-Polka. Ja, auch ganz wichtig in der Karriere von James Last – die Polka.
Ein Schlager-Medley der Marke „Sing mit“. Noch eine Facette von James Last, mh-h. Und natürlich die Non Stop Dancing Medleys. Man hätte natürlich auch ein Non Stop Party Medley nehmen können. Aber hätten Sie den Unterschied bemerkt? Sehen Sie. Den kennt vermutlich nur James Last ganz alleine. Vielleicht noch ein paar Druiden von der Polydor.
Wien bleibt Wien darf auch nicht fehlen. Um zu zeigen, dass sich James Last nicht nur an kalifornischen Stränden und in Russland auskennt,
sondern auch bei den europäischen Nachbarn.
Und – klar – die Shanties. Der Mann kommt schließlich aus Bremen und heisst mit Zweitnamen Käpt´n James. Das verpflichtet.
Ja, wenn man das so sieht, ist das doch ein repräsentativer Querschnitt durch das Schaffen von James Last. Well done.

Dieses Cover gehört vermutlich zu den schönsten, die je eine James Last-Platte hatte. Rot mit Pink – und es sieht immer noch gut aus! Und diese tolle 12! Mann, Mann, Mann. Keine Ironie. Wenn ich mir vier Last-Platten an die Wand hängen dürfte, würde die hier dazugehören. Trotz des Rüschenhemds, das James Last hier trägt. Aber immer noch besser als die Schals, die bei seiner Band vorne raushängen.
Und wie das wieder swingt. Ich möchte ja alle James Last-Kritiker mal fragen, was sie sich dabei gedacht haben, James Last schlecht zu finden. Nichts, vermute ich. Wie kann man nur? Das ist wirklich grandiose Musik. Wenn man´s natürlich mit Miles Davis oder so vergleicht, wird man hier stromlinienförmiges Middle of the Road raushören. Aber wenn man die Ohren aufmacht, merkt man, dass da keineswegs kompositorische Untiefen mit Effekten zugekleistert werden. Sondern mit viel Hingabe auch noch die letzte Moleküle ihren Schubs kriegen und zum Swingen gebracht werden.
She´s a lady, Cracklin´ Rosie, Be my baby, My sweet Lord, Have you ever seen the rain, After midnight… James Last hat wieder ein halbes Jahr Charts-Pop eingesogen. Und was bei ihm rauskommt, sind zum Teil euphorische Prä-Disco-Hymnen. Ganz großes Kino! Ansonsten ist diese Platte ein eher lässiges Potpourri. Alles ist im Fluß, kaum größere Brüche. Gut – das Love Story-Theme klingt ein bisschen gepresst: hat mehr Tempo und weniger Punktierungen als im Original. Aber das muss wohl sein, wenn jemand drauf tanzen soll. James Last wird schon wissen, was er tut. Oder?
Ganz recht. Wie Roger Willemsen sagen würde.

Au backe. Ein ganz weichgezeichnetes Cover. Das lässt nichts Gutes vermuten. Was ist das hier? Ein Szenenfoto aus „Zärtliche Cousinen“? Nein, der Mensch oben scheint ein Mann zu sein. Na gut. Könnte aus „Die blaue Lagune“ sein. Erinnert mich so´n bisschen daran. Die Klamotten sehen nach Freibeutern oder ausgesetzten Jugendlichen aus. Aber wie hieß der Typ noch, der da mitgespielt hat? Der hat nämlich genau so´ne blonde Minipli. Später hat er das Kindermädchen in Dallas gespielt und Sue Ellen gevögelt. Ich komm nicht drauf.
Egal. Das kleine Foto von James Last ist übrigens ganz scharf. Drunter ist sein Autogramm aufgedruckt. Super Idee von der Werbe-Abteilung. „Wir machen mal auf Authentizität“. Und daneben die Worte „Meine Titel-Auswahl“. Ja, das will ich aber auch hoffen. Wer soll denn bei den Platten vorher ausgewählt haben? Die Nachbarn? Der Pfleger? Die Polydor? Und was bitte ist ein „vien“? So wie in „La vien en rose“. Kann mir das mal einer übersetzen? Steht hier vorn auf dem Cover drauf. Original. Da wär jetzt der Aufdruck „Nicht von mir geschrieben“ nicht schlecht.
„Für romantische Stunden“, empfiehlt mir der Aufdruck auf der Coverrückseite. Und dann kann ich mir noch aussuchen, in welcher Reihe diese Compilation erschienen ist. „Das Beste aus meinen Goldenen“ oder „The gentleman of music“. Und irgendeine Club-Sonderauflage ist es auch noch. Ich nehm alle drei. Und Sie ahnen es schon: aus dem Mann mit der blonden Matte und den hochhackigen Plateaustiefeln ist hier schon der distinguierte Graumelierte mit schwarzem Anzug und Krawatte geworden. Ein Kinnbart ist noch dran, damit sich der Schnauzer nicht so alleine fühlt. Aber wir sind schon schwer in den 80ern.
Jetzt werden also die alten Hits neu zusammengeschnürt in Plattencovern, die wie schlechte Fototapeten aussehen (aber immer noch besser als die airgebrushten Bilder, die später drauf sein werden). Da es ja eine Romantik-Platte ist, schleicht der Sound hier meistens auf Socken und Zehenspitzen rum. Viele Streicherkaskaden, die oben auf dem Notenblatt schon eigenhändig gemalte Zusatzlinien brauchen, so hoch liegen sie. Das ist nicht so meins. Erinnert mich auch eher an das, was so in Chinarestaurants der gehobenen Mittelklasse als Tischmusik läuft. Obwohl es natürlich wieder mit viel Liebe und Können gemacht ist. Aber das ist dann doch eher was für Menschen, die wirklich von ´ner Reise in die Südsee träumen. Und das tu ich nicht. Dazu bringen mich nicht mal die Ballade pour Adeline, Der einsame Hirte, die Moonlight Serenade oder Wenn süß das Mondlicht über den Hügeln schläft. Obwohl gerade letzteres sehr schön ist. Und übrigens eine originäre Last-Komposition. Hier allerdings in einer sehr kastrierten Form. Ich persönlich mags lieber mir ein paar kräftigen Bläsern. Und das gibt´s auf anderen Platten.
Ganz im Gegensatz zu – ja, einem meiner persönlichen Last-Favourites: Biscaya. Hier ist er drauf! Einer der wenigen Single-Hits, die James Last je hatte. Aber nichtmal jetzt träum ich von der Südsee. Nein, ich seh mich in meinem alten Mädchenzimmer Puppenstube spielen. In jenem Sommer, als „Biscaya“ den Soundtrack lieferte. Ich hab´s damals geliebt. Und ich liebe es heute noch. God bless Biscaya!
Die schönsten klassischen Melodien.

Also, der Titel ist ja wirklich mal reizend. „Träum was Schönes“. Sowas Umsichtiges! Und vorne ist er drauf, der James Last, und macht mit dem Finger so leicht „Psst“ auf seinen Lippen. Damit wir nicht stören und er weiter spannen kann. Hintendran sitzt nämlich ein Pärchen, das denkt, es wär allein. Die sind vermutlich gemeint mit „Träum was Schönes“: „Denkt einfach nicht an mich. Stellt Euch vor, Ihr wärt allein. Beachtet mich gar nicht.“
Ah, und da kommt auch schon die Ballade pour Adeline. Das ist nun wirklich der Overkill an Easy Listening. Der weichgespülte Clayderman-Sound in der Last-Adaption. Aber Last hält es hier mit relativ historischer Aufnahmepraxis. Große Unterschiede hör ich da nicht raus. Höchstens, dass der Beat hier besser ist. Und da mogelt sich auch noch ein Chor unter. Auf dem Vokal „A“...
„Träum was Schönes“ – eigentlich ist das doch eine frühe Kuschelrock-Serie, oder? Und wenn man die Non Stop Parties sieht, dann ist James Last eigentlich auch der wahre Erfinder der Bravo Hits. Und aller längsten Singles der Welt. Und der Partymixe sowieso. Müssen eigentlich Nicole, Andrea Berg, die Münchner Freiheit, Udo Jürgens und Wolfgang Petry Tantiemen an James Last zahlen für den Terminus „Partymix“? Logisch wär´s ja.
Hu, und hier kommen die Traumschiff-Streicher und versuchen sich wie musikalische Q-Tips in meinen Gehörgang zu winden. Ich muss aber nicht husten. Stattdessen zieh ich mich am besten mal um für´s Captain´s Dinner. Eigentlich hätte doch James Last auch einen tollen Traumschiff-Kapitän abgegeben. Er hat den richtigen Schnauzer, Haare im optimalen Grauton und dieses gütige Lächeln, das so´n Seebär und Ladykiller nun mal braucht. Hat ihn eigentlich nie jemand gefragt? Oder haben Sie etwa zuwenig Geld geboten, Herr Rademann?
Mann, das wär der erste Traumschiff-Kapitän gewesen, der auch das schiffseigene Orchester hätte dirigieren können. Und wenn er doch mal ans Steuer gemusst hätte, weil ein lästiger Eisberg droht oder Rabauken (gespielt von Otto Sander oder früher Raimund Harmsdorf) Ärger machen, dann hätte er einfach eine Non Stop Party aufgelegt, und die Leute hätten weitertanzen können. Ich bin sicher, das hätte Quoten gebeben. James Last als Traumschiffkapitän – holy shit!
Es ist aber so schon ´ne Traumkombination: James Last-Musik und das Traumschiff. Ich find, hier passt sie einfach am besten. Es ist so edel und auch ein bisschen dekadent. Beim Landarzt nervt die Musik eher. Da nerven aber auch der Landarzt und seine Frau, seine Kinder und dieser komische Quacksalber mit seiner Frau, die von Angelika Milster gespielt wird. Und das nichtmal schlecht!
Ich glaub, für „Zwei Münchner in Hamburg“ hat James Last auch die Musik geschrieben. Ich will mich da aber nicht festlegen. Kann mich irren. Jedenfalls hab ich diese Musik in guter Erinnerung.
Also, wenn diese Platte einen Beinamen verdient (der nicht „Die schönsten klassischen Melodien“ ist), dann wäre es: Das Traumschiff-Gefühl. Denn genauso klingt das hier. Alles soft und leicht, mit ganz hohen Streichern und viel Hall. Zart, edel und sehr entrückt. Irreal. Macht großen, großen Spaß.
Und ist so ganz anders als die „Classics up to date“. Obwohl hier auch nur Stücke aus der E-Musik drauf sind: Bizet, Schumann, Liszt, Smetana, Verdi, Chopin. Und Clayderman natürlich. Aber hier geht Last so richtig mit Glacéhandschuhen dran. Hier darf man, glaub ich, fast nur Walzer drauf tanzen. Aber, mh, ganz ehrlich: zumindest „Für Elise“ mag ich doch lieber ohne den Chor auf „Ha“ und die vielen Streicher. Ein gestimmtes Klavier und ein guter Pianist reichen da völlig. Aber da kann man wohl nix machen. Gefangen auf Traumschiff 04. Allein auf Bora Bora. Hoffentlich kommt gleich Sascha Hehn und rettet mich.
50 Non-Stop Party Greats from James Last.
Wow, geht schon los mit Live-Atmo. Und dann mittenrein in die Disco-Zeit. Gut, „Rivers of Babylon“ kaut noch auf leicht wackeligen Milchzähnen. Aber schon „Dancing in the city“ hat dieses leicht Schwüle der späten 70er. Saturday Night Fever, ja klar – das hat ja im Original schon großes Orchester. Mit der Bee Gees-Ekstase (dass ich so was mal schreibe!) kann´s hier nicht ganz mithalten. Aber das ist wohl Absicht. James Last weiß schließlich, wo seine Platten laufen. Und warum da nicht das Original läuft.
Trotzdem schön, dieser Zug durch die Dancefloor-Gemeinde der 70er. Wenn einer so was kann, dann James Last. Der alle Genres herzt und danach aufisst. Dieses Doppelalbum hier kriegt zehn von zehn Sternen! Was sind da nicht für tolle Sachen drauf: Una paloma blanca, I can´t give you anything, Boogie Oogie Oogie, Love is in the air, You´re my first, my last, my everything, Dancing Queen, Kiss you all over, Y viva Espana, I´m on fire…
Und alles in einem Rutsch durch! Dreizehn Titelfetzen pro Seite. Mein Gott, was sich der Mann für ´ne Arbeit gemacht hat. Statt brav Dreiminüter mit vierzehn Strophen zu nehmen, setzt der hier alle anderthalb Minuten ein neues Stück in Szene. Das muss ja erstmal alles arrangiert werden. Also, da krieg man doch echt was geboten für sein Geld!
Und dann dieser süße Mond auf dem Cover, ist das nicht niedlich? Eine Perle der Plattenhüllengestaltung! Gut, dass da noch niemand ´ne Pfeife drangemalt hat – oder was man Monden halt noch so mitgibt, optisch. Aber winzige Flecken sind da drauf, auf dem Cover. Als wär da mal was draufgetropft. Hoffentlich was zu Trinken.
Vielleicht war diese Platte Ende der 70er Begleiter vieler Parties, so wie sie auf den kleinen Fotos hintendrauf abgebildet sind. Auf zwei Fotos meine ich sehr deutlich Udo Jürgens zu erkennen. Kann das sein? Udo Jürgens auf Party-Fotos auf einem James Last-Plattencover? Er würde es vermutlich leugnen. Sonst kündigt ihm nämlich sein eigener Orchesterchef, Pepe Lienhard. Der findet das bestimmt nicht lustig.
Lustige Partyhütchen trugen die Menschen damals. Und Luftballons und Luftschlangen – bei einer Erwachsenenparty! Ob das doch ein bisschen gestellt ist? Bestimmt nicht. Häppchen werden da offenbar rumgereicht. Und wenn ich mir die so anschau, dann war ich da mit meinen doch ganz dicht dran. Nur so hässliche Kleider haben meine Gäste gottseidank nicht getragen. Und Polonaise wird bei mir auch nicht getanzt! Aber woher mögen wohl diese komischen Flecken gekommen sein? Das lässt mich nicht los. Ließen sich übrigens mit einem feuchten Lappen relativ leicht abwischen. Was haben Menschen in den 70ern so getrunken, außer Tritop, Susi Sunkist und Caprisonne? Halt – ich glaub, Susi Sunkist selbst hat niemand getrunken. Höchstens ihr Blut. Nein, ich mein: höchstens ein Getränk namens Sunkist. Susi Sunkist war doch nur die Werbefigur dazu.
Bei uns zuhause wurde damals, glaub ich, nur Bier und Apfelwein getrunken. Wenn Gäste kamen, wurde noch Limo gekauft. Kleiner Scherz. Nein, die Limo wurde wirklich nur gekauft, wenn Gäste kamen. Das war ganz schön Scheiße. Hat aber vermutlich dazu beigetragen, dass ich heute noch Konfektionsgrößen tragen kann.
Nun, ich glaub, das war ein richtiger Drink, was hier draufgetropft ist. Hoffentlich war es nicht der Speichel der Menschen, die mir dankenswerterweise diese Riesenkiste mit James-Last-Platten geschenkt haben – toi-toi-toi. Ich seh das direkt vor mir, wie sie die durch halb Saarbrücken geschleppt haben und dann noch zwei Treppen hoch. Aber so milchiger Speichel? Glaub ich nicht. Nein, da war bestimmt Batida drin. Oder Eierlikör. Der hatte in den 70ern ja Hochsaison. Gut, dass es den nicht bei uns gab. Da wär´s jetzt ganz sicher nichts mit Konfektionsgrößen. Naja, wer früher so ´ne „Last the whole night long“ hatte, sie bei Parties genutzt und später weggegeben hat, kann sich ja mal melden. Und Auskunft geben, was man dazu so getrunken hat. Respektive draufgetropft.

Das dürfte eine recht frühe Last sein. Und eine lustige Mischung ist drauf: alte Swing-Klassiker, bisschen E-Musik, Beatles, Sonny & Cher, bisschen Latin. Hübsch mit Leerrillen dazwischen aufgereiht. Nix Potpourris, nix Partysound. Alte Schule also. Vergleichsweise konservativ.
Aber man erkennt doch sofort die Last-Handschrift. Ist schon ziemlich effektheischend und sehr farbig. Und er gibt natürlich Gas, der Herr Last. „American Patrol“ gibt´s später noch in einer leicht anderen Einspielung, mit etwas weniger Becken und Triangel und anderen Trompeten-Einwürfen. Der Knackbass ist hier noch deutlich rauszuhören.
Diese Platte ist ähnlich wie die „An evening out with James Last“. Große Swing-Kunst. Blumige, trickreiche Arrangements. Vollgespickt mit Details, aber immer den Grundzug, die große Linie im Auge.
„I got you babe“ ist ziemlich soft gehalten, mit vielen Streichern. Aber bei „Delicado“ marschieren schon wieder die ausgelassenen, leicht übermütigen Trompeten ein. Es sind vertonte Prilblumen: bunt, fröhlich, unübersehbar, schrill. Genauso bei „La Bamba“, eine weitere Großtat auf diesem Album. Mein Gott, müssen diese Partituren vollgekritzelt gewesen sein, wenn James Last mal mit ´nem Stück fertig war. Das platzt aus allen Nähten vor lauter Instrumentalparts und Gimmicks. Schön. Hat sich auch in so ziemlich derselben Fassung auf weiteren Compilations gehalten, das „La Bamba“. Nicht ohne Grund. Sehr empfehlenswert, diese Platte. Feine, feine Sache.

Also, das lässt sich schon viel besser an als Classics up to date 1. Die war ja wirklich kaum zu ertragen. Hier ist bedeutend mehr Pep drin. Und die Frau auf dem Cover hat auch schon mehr als eine Marmorbüste neben sich: nämlich einen Lover und ein Glas Sekt. Das ist doch schon was.
Liebe englische Käufer dieser Platte, lassen Sie sich nicht verwirren. Auch wenn der erste Satz des englischen Covertextes lautet „A hitherto unknown side of the List-Sound ist heard here“ – es heisst immer noch Last, nicht List. Schauen Sie ruhig mal rüber zum deutschen Text: „Eine bisher kaum gekannte Seite des Last-Songs wird hörbar.“ Der Mann heisst tatsächlich James Last, und nicht Jimes List.
Nein, hier lebt der Sound doch richtig. Das ist toll. Und ich dachte schon, alle E-Musik-Werke sollten zum James Last-Sperrgebiet erklärt werden. Die Idee, eine Percussiongruppe durch das komplette Presto aus Beethovens Siebter zu ziehen, ist klasse. „Akustischer Milchbrei“ hat es Michael Naura genannt. Naja. Ähem. Der ist bestimmt nur neidisch. Wieviele Platten hat denn Michael Naura verkauft, hm? Nun. Natürlich darf man James Last jetzt nicht, öhm, Miles Davis gegenüberstellen. Oder Charlie Mingus. Aber dem Orchester Mantovani. Den Les Humphries. Den frühen Bee Gees. Und dann wird man sehen: das rockt! Borodins „Prinz Igor“ mit flotter E-Gitarre. Yeah!
Deshalb: wer es vermeiden kann, bei der „Classics up to date“ zuzugreifen, der tue das bei der „Classics up to date 2“.

Fortsetzung der tollen ersten Folge von „Sing mit“. Mit dem Unterschied, dass hier ein kleines Wörtchen über der Tracklist steht: „Potpurri“. Hat sich etwa jemand nach der ersten Platte beschwert? Nach dem Motto: Hier steht „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, und ich will alle Strophen, bis zu „Dru Chunusun mut dum Kuntrubuss“... Hat bestimmt rechtliche Gründe, das.
Ich hätte da gleich noch ein neues juristisches Problem aufzuwerfen: wer ist eigentlich der Chor, der hier singt? Warum ist der nirgendwo aufgeführt? Herr Last will doch nicht etwa behaupten, das seien wieder seine Partygäste, die er eher zufällig für die erste Folge der Nonstop-Party aufgenommen hat? Netter Versuch. Die kann er mir auch mal vorbeischicken, diese Gäste.
Oder sind das vielleicht die wunderbaren Ute Mann Singers? Sie wissen schon, dieser Chor um die rothaarige Chefin, die in Wirklichkeit Ute Hellermann heisst und mit Paul Kuhn verheiratet ist. Hm. Ist der einzige Chor, der mir einfällt. Und ich dachte, ich erzähl´s mal, damit nicht so auffällt, dass ich eigentlich nicht viel zu dieser Platte zu sagen habe.
Außer, dass sie mir gut gefällt. Und dass es schon recht spät abends ist und bestimmt gleich die zwei Studentinnen, die unter mir wohnen, hochkommen. Sie werden was zu Knabbern mitbringen und fragen: Können wir mitmachen? Woher sie wissen, was ich hier höre? Nun, das ist einem Umstand meiner altersschwachen Anlage geschuldet. Auf der linken Box muss man die Lautstärke aufgrund eines Wackelkontakts lauter drehen, als man eigentlich möchte, um überhaupt was zu hören.
Ich schätze die Entstehungszeit der Platte übrigens auf ´73, weil „Goodbye Mama“ drauf ist. Und weil ich bei der ersten Folge schon auf 1972 getippt hab. Lobenswert: hier höre ich die erste Fassung von „Schönes Mädchen aus Arcadia“, die man bei klarem Verstand ertragen kann. Sowieso ist dieses Lied hier in allerbester, ihm angemessener Gesellschaft: „Rucki-Zucki“, „Auf der Mauer, auf der Lauer“ und „Skandal im Harem (im Harem sitzen heulend die Eunuchen)“. Herrjeh, bei der Songauswahl wär ich gern dabeigewesen.
Überhaupt: woher hat dieser Herr Last immer gewusst, was das Volk will? Nur aus den Charts? Glaub ich nicht. Anonym unters Volk gemischt, etwa in der Dorfdisco und beim Schützenfest? Glaub ich auch nicht. Und außerdem: in Bremen heisst das „Freimarkt“. Berater von der Polydor? Vielleicht. Mag ich aber nicht glauben. War bestimmt doch die Dorfdisco. Oder seine Kinder. Ja, Kinder kommt bei so was immer gut. Die haben doch die Nase am Puls der Zeit, ha! Ohne zu wissen, was sie eigentlich tun. Sowas erzählen jedenfalls Leute gern, die früher bei der ZDF-Hitparade gearbeitet haben. „Immer, wenn ich nach der Sendung nach Hause gekommen bin, hab ich am nächsten Tag die Nachbarskinder auf der Straße gefragt, wer gewinnt. Und die haben mit traumwandlerischer Sicherheit gesagt: der-und-der. Sänger, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie gewinnen. Haben sie aber!“
Ja, genau. Und exakt diese Kinder haben auch gesagt: Bring nach „Prost, skal, salute“ „Lieber heute geküsst“. Und nach „Jetzt geht die Party richtig los“ „Geh´ Alte, schau mi met so teppert an.“ Ich find´s schlimm, dass Kinder schon Wort wie „skal“ und „Alte“ kennen, aber das war in den 70ern halt auch nicht besser als heute. Egal. James Last hat drauf gehört. Und es hat doch auch toll geklappt!
Noch ein letztes Wort zu „Lieber heute geküsst“: manchmal hinterlassen auch alte, wunderschöne Hits der gänzlich zu Unrecht vergessenen wunderbaren und göttlichen Renate Kern ihre Spuren auf den James Last-Scheiben. Zugleich hinterlässt damit auch der Bruder von James Last seine Spuren. Denn Werner Last alias Kai Warner war Komponist und Produzent für/von Renate Kern. Und auch Kay Warner hatte ein tolles Orchester. Sehr, sehr hörenswert. Aber „das kommt ja alles wieder“, wie die Frau von Dieter Thomas Heck zu sagen pflegt. „Immer mehr Produktionen haben wieder echte Streicher.“ Das nimmt man doch wahrlich beruhigt zur Kenntnis.
Und noch ein allerletztes Wort: wer mal an ein paar schöne Schlager aus der „zweiten Reihe“ erinnert werden will - also an Schlager, sie nur selten bis gar nicht im Radio laufen – der ist bei dieser Scheibe richtig. Dreh dich weiter, Ballerina; Lieber heute geküsst; Mein Schatz, du bist ´ne Wucht; Jetzt geht die Party richtig los – ich find, das ist gelungene Archivarbeit. Alles kleine Perlen. Jetzt aber Tschüß-Tschüß.