K A T J A S W E L T
23.11.03
Bachelor

Deutschlands langweiligster Mann sucht eine Frau. Also besorgt ihm RTL 25 noch langweiligere Frauen, aus denen er dann auswählen darf. Und alle hoffen sie auf die große Liebe, blabli blabla. Ja, ich hab gestern den Bachelor geguckt. Ging gar nicht anders, weil ich auf die Entscheidung bei den Superstars gewartet hab.

Aber man muss das ja ohnehin mal gesehen haben, wenn ein Mann aus sovielen Frauen auswählen darf. Da ergeben sich nämlich sehr spannende Szenen, etwa wenn der Bachelor versucht, sich die Namen der Tussen zu merken, mit denen er gerade parliert: „Also Du bist die Petra – und Du die Marianne, ja?“ Genau. Und Du bist der Bachelor, von einer Frau auch „Batschler“ ausgesprochen.

Wenn er nicht gerade Namen paukt, macht der Bachelor Konversation: „Geht Ihr gern in die Oper?“ „Nein, aber in Musicals“, kommt es fast unisono aus dem Dreiergrüppchen zurück. Nur eine schert aus, weil sie „gern mal Sachen ausprobiert.“ Auch die Oper.

Ja, und so wird dann der Bachelor, der übrigens Familie „unheimlich wichtig“ und alle anwesenden Damen grundsätzlich „bildhübsch“ findet und in so weltberühmten Orten wie Lasagne und Yorkshireterrier oder so ähnlich studiert hat, irgendwann seine Traumfrau finden. Für ihn war es ein „superschöner“ Abend, und für die Frauen, die so tolle Berufe wie „Personal Shopping Assistent“, „Model und Schauspielerin“ oder einfach nur „Schauspielerin“ haben, offenbar auch. Es sei denn, sie wären eingeschlafen. So wie ich, als der schwarzhaarige Roboter anfing, so phantasie- und emotionslos wie möglich seine Selektions-Rosen zu verteilen.