So, nun wählt das ZDF also Unsere Besten“: Und da wird es Zeit, wie vom Chefredakteur schon lange gefordert, dass ich mal MEINE Besten dagegensetze.
Fangen wir von hinten an:
10 Conny Plank
Schätze mal, das ist der wichtigste deutsche Musikproduzent, den es je gab. Ohne ihn kein Kraftwerk, kein Neu. Auch DAF hat er produziert, die Eurythmics und Gianna Nannini. Aber da fängt es dann an, entbehrlich zu werden… Egal. Er hat frischen Wind und revolutionären Sound in die deutsche Popmusik gebracht. Und das ist doch was. Conny Plank war ein Genie.
9 Ulrike Meinhof
Muss ich das erklären? Könnte kitschig werden, ist mir bewusst. Aber so´ne kluge Frau in der Männderdomäne politischer Journalismus“. Das find ich gut. Außerdem hat sie nicht mit Andreas Baader geschlafen. Hoffe ich.
7 Ratz und Rübe
Die Helden meiner Kindheit. Haben kräftig den Mythos der vermeintlich heilen Kleinfamilie zerstört. Kann nie schaden. (Rübe lebte bei ihrem Vater. Ratz bei seiner Mutter.)
6 Bernt Engelmann
Von ihm habe ich gelernt, dass Geschichte meist Geschichte der Sieger ist. Und warum man Menschen wie die Flicks nicht mögen muss.
4 Inga und Anette Humpe
Ich verehre sie einfach. Weil sie toll sind. Humpe&Humpe gehören zu den Sternstunden deutscher Popmusik. Ideal waren klasse und, mal ehrlich, das Produkt von Anette Humpe. Sie hat sogar aus Müll gute Musik gemacht, wie aus Lucilectric, dem späten Lindenberg und den Prinzen. Dann noch DÖF und Zweiraumwohnung und all die anderen wunderbaren Dinge, denen Inga Humpe ihren Glamour schenkte. Und was wären all die Lieder, in denen sie im Background singt, ohne sie: Keine Sterne in Athen, Ein Herz kann man nicht reparier´n… Hach.
3 Alice Schwarzer
Wieder Kitschalarm. Aber das war schon sehr nötig, was sie so alles angeschoben hat.
2 Melitta Benz
Aber ohne diese Frau und den von ihr erfundenen Kaffeefilter wäre ich gar nicht wach genug, um die Verdienste all dieser großen Menschen wahrzunehmen.
1 James Last
Und das ist der Größte von allen. James Last ist Gott. Hört seine Musik, und es geht Euch gut. Ihr könnt dabei tanzen, singen, einfach nur mit dem Fuss wackeln, sogar ein Brötchen essen. Er ist einfach genial. Hat super-einfache, trotzdem edle und groovige Musik gemacht. Und er hat vor nichts Angst. Jedem neuen Trend nimmt er das Neue, Beunruhigende, indem er ihn einfach auffrisst und im Happy Sound wieder ausspuckt. Umarme Deine Feinde. Und werde reich dabei. Das kann man von James Last lernen.