K A T J A S W E L T
05.11.03
Nach den Kastelruther Spatzen

Mal wieder Schwein gehabt. Bin einfach schon um 18 Uhr 30 da. Also viel zu früh. So wie die ganzen Fans der Kastelruther Spatzen, die schon vor der Halle stehen.

Rein durch die Hintertür, diesmal leider kein Fuhrunternehmen „Vogelfänger“ oder so. Dafür einen versöhnten Tourmanager, der sofort den Spatzen-Sänger vom Essen wegholt. Und zwei Minuten später steht Norbert Rier im rot-grauen Trainingsanzug vor mir. Ob es das ist, wovon Spatzen-Fans träumen? Wer weiß. Angenehmer Interview-Partner jedenfalls. Kann sogar Kühe melken. Und auch Land-Ei-Test bestanden: Wieviel Zitzen hat das Euter einer Kuh? Wenn sie schon immer vom Landleben singen…

Und siehe da: hier krieg ich die Deko, die ich schon bei den „Lustigen Musikanten“ erwartet hatte. Es steht ein echtes Dorf auf der Bühne, erglimmt in allen möglichen Farben und Stimmungen, dazu rieselt es Konfetti und Kunstschnee. Nach der Pause sogar Heiterkeit im Publikum, denn – auf der Bühne jetzt ein riesiger Mount Rushmore, aus den Gesichtern der Kastelruther Spatzen. Das nenn ich dochmal Berg-Humor. Gut gemacht, Spatzen!

Und noch was werd ich so schnell nicht vergessen: wie eine ganze Halle tobt, während auf der Bühne sieben Salzsäulen stehen. Na gut, der (wirklich sehr gute!) Schlagzeuger hat sich bewegt, das hab ich genau gesehen. Aber am Keyboard, dacht ich lange, steht eine Schaufensterpuppe. Definiert das Gegenteil von Rampensäue, und Ihr habt die Kastelruther Spatzen. Es ist wirklich unglaublich. Nicht, dass es ein schlechtes Konzert gewesen wäre, gar nicht. Aber ein etwas ungewöhnliches eben. Norbert Rier steht unbeweglich rum, verlagert höchstens mal das Gewicht von einem aufs andere Bein. Aber das war´s auch schon. Und ich hab auch nicht bemerkt, dass er mal merklich die Miene verzogen hätte. Aber so sind sie halt, die Tiroler. Wer´s mag…