K A T J A S W E L T
23.04.04

Die Frau des Kaisers

Davon träumt man doch als Talkshowmoderatorin. Wenn auch nur in ziemlich bizarren Träumen: als Gast - Farah Diba. Wir erinnern uns. Der Schah… 1967… Ein geknechtetes Volk… Da ist es verständlich, dass Amelie Fried der Ex-Kaiserin in “3 nach 9” mal richtig auf den Zahn fühlt: Wie war das, mit einer Zwei-ein-halb-Kilo-Krone auf dem Kopf zu heiraten? Und hofft Frau Diba, dass ihr Sohn mal “die Politik des Vaters” fortsetzen könne?

Nun - das wären nicht meine Fragen an Farah Diba gewesen. Aber vermutlich hab ich nur einen Paradigmenwechsel in der Beurteilung des Schahs nicht mitbekommen. Oder in der Ambition von “3 nach 9”.

22.04.04

Flirr, sirr, surr

Ist Euch mal aufgefallen, welches Geräusch es ergibt, wenn man einen Wasserstrahl senkrecht in eine leere Flasche “Fachinger” laufen lässt? Genau, so eine grüne Glasflasche muss es sein. Und der Strahl sollte mittelstark sein, noch ein wenig Distanz zum umgebenden Glasrand haltend. Dann gibt es ein spaciges Summen, tonal ansteigend. Wie am Anfang der “3 Engel für Charlie”-Melodie.

Die hat ja so´n minikleines Vorspiel. Nur so´n Geräusch. Ein bblb-bblb-bblb. Etwas blubbernd. Federnd. Stylish halt. Bevor die Melodie dann richtig losgeht: Laaa-la-laaa la-la-la laaa-la-laaa… Und ich mein das kleine Wispern davor. Probiert´s ruhig mal. Am besten funktioniert es mit alten Wasserboilern, wo man die Flasche trefflich unter einem 90 Grad-Wasserhahn platzieren kann.

20.04.04

Kann ja mal passieren

Da meckere ich über die Reißzwecken im “Musikantenstadl” und krieg die Hauptsache gar nicht mit?! Den “Spaghettifresser-Skandal” von Herrn Moik. Na und? Man wird sich wohl noch mal mit seinem Nebenmann unterhalten dürfen, an einem Samstagabend auf der Couch. Außerdem waren wir immer wieder damit beschäftigt, in Rekordzeit vom ZDF wegzuzappen…

Die “50 Jahre Rock´n´Roll”-Show. Oder so ähnlich. Was man beim ZDF halt so unter Rock´n´Roll versteht. …und nicht schon vom Musikantenstadl weggebucht wurde:

die Scorpions, Peter Kraus, Leslie Mandoki, Peter Gabriel, eine Nase von Procol Harum, wahrscheinlich noch ein paar Mumien von Status Quo - aber das kann ich nur raten. Und jetzt: findet den einzig echten Rock´n´Roller in dieser Reihe. Genau. Leslie Mandoki! Man kann Dschinghis Khan vieles nachsagen. Aber nicht, dass sie nicht gerockt haben.

18.04.04

Das prangere ich an

Unverschämtheit! Wo war der Fernseh-Gala-Abend für James Last? Wenn Pappnasen wie Udo Jürgens oder Johannes Heesters einen kriegen, warum er nicht?

Letztlich war es doch unwürdig, seinen 75sten im Musikantenstadl zu feiern, liebes öffentlich-rechtliche Fernsehen. Auch wenn James Last der einzige war, der dabei gut aussah. Aber das ist auch nicht weiter schwer, neben einem gespreitzen Freddy, der mühsam seine Playback-Einsätze traf. Und neben Karl Moik, der den Schäfern erstmal ein paar Reißnägel hinstreute. Nur zur Info: die Schäfer sind eine Volksmusikgruppe. Und sie treten grundsätzlich barfuß auf.

Am lustigsten ist immer noch zu sehen, wie das Saal-Publikum ausrastet. Sich ins Bild drängt, winkt und Freddy auf seiner Auftrittsroute Osterglocken, Rosen und Handspiegel zureicht. Kein Scherz.

Lustig natürlich auch, wenn Karl Moik dem Ehrengast James Last galant den angewinkelten Arm reicht und fragt: “Darf ich Dir mein Loch anbieten?” Das hätte ich gern bei Patrick Lindner gesehen… Der natürlich auch da war. Seltsamerweise aber von Karl Moik nicht darauf angesprochen wurde, dass er doch jetzt nur noch englisch singen will. Zumindest will er ein - Achtung, originell - Swingalbum einsingen. Weil das Publikum ja nur noch englische Musik goutiere.

Und, Karl Moik, der Akkordeon-Sänger in der Show hieß Marc Pircher. Nicht Pirchner. Und stundenland die Ärzte zu grüßen oder gar be-grüßen, die ihn (Moik, nicht Pircher) nach seiner Herzattacke beim Kölner Karneval gerettet haben, hätte auch nicht sein müssen. Aber trotzdem. Danke, ARD, dass der Stadl immer noch live kommt. Nur so kann Moik das Defilée am Ende abfangen mit den Worten: “Das ist das übliche Chaos zum Schluss”. So muss Samstagabendunterhaltung sein.

Aber James Last keine eigene Show zum 75sten zu spendieren, ist trotzdem eine unverzeihliche Sünde.

16.04.04

Nein Danke

Das ist der neueste Trick des Handels, dem Kunden keine Tüte mehr mitgeben zu müssen. Oder was würdet Ihr sagen? Angenommen, Ihr habt gerade die “Korrekturen” als Taschenbuch gekauft, und der Buchhändler fragt mit fiesem Lächeln: “Darf es noch ein Polyethylen-Tragetäschchen sein?”