K A T J A S W E L T
29.05.04

Dieses helle Zeug heisst "Weiß"!

Ich werde nie verstehen, warum sich fröhliche Werder Bremen-Fans die Haare Grün und Rot färben! Hab ich was verpasst? Ist das Bremer Grundwasser mit farbenblindmachenden Stoffen kontaminiert? Ist Bremen zufällig die Stadt mit den meisten Zebrastreifen - und deshalb nichtmal mehr ein Fläschchen Tipp-Ex übrig? Hallo! Die Farben Eures Vereins sind Grün-WEISS! Grün-WEISS!!!

28.05.04

Die göttliche Barbara

Ich muss mal kurz die Füße von Barbara Schöneberger küssen. Wer “Blondes Gift” nicht guckt, ist selber schuld. Diesen Freestyle-Amoklauf einer möglicherweise naturbreiten Moderationskönigin. Man könnte ihr vermutlich auch Schaufensterpuppen als Talkgäste zur Seite setzen - oft habe ich den Eindruck, das ist schon geschehen - aber sie kriegt trotzdem ihr Feuerwerk in Gang. Was ich in ihrer letzten Sendung gelernt habe, ist:

1. dass sich Caroline Beil ihr Arm-Tattoo angeblich in einer Schulstunde selbst mit dem Füller gestochen hat

2. das Sprichwort “Der faule Esel trägt sich auf einmal tot”

3. dass bei Pro 7 ein Rotationsprinzip herrscht, das das Kantinenpersonal an die Kameras (und die Kameramänner in die Kantine) befördert.

Das ist doch mal was.

27.05.04

Der EM-Bus

Da zerbrech ich mir mit dem Chefredakteur noch den Kopf, wen Völler wohl für die EM nominiert - dabei ist die Lösung doch eigentlich ganz einfach. Wer im Werbespot mit dem Bus drinsitzt, ist dabei. Oder? Ich mein, jeder weiß doch, dass die Wirtschaft die heimliche Macht im Staat ist. Und nimmt ernsthaft jemand an, dass die Werbepartner ihre millionenteuren Spots neu drehen, falls der Teamchef sich einen Kader mit 23 neuen Gesichtern ausdenkt? Man muss also nur mal durchzählen, wenn der Bus durch die Werbepause rauscht. Dann weiß man, wieviel Plätze überhaupt noch frei sind. Ich bin jedenfalls froh, dass Christian “the voice” Wörns im Bus sitzt. Hoffentlich gibt er recht viele Interviews!

24.05.04

Hören die 90er denn nie auf?

Vielleicht geht auch nur meine Uhr vor. Aber im Rückblick auf die 5 nervigsten Coverversionen der 90er gab´s bei RTL 2 unter anderem diese beiden: “Losing my religion” von den Preluders. Und “I wanna sex you up” von Overground. Beides Bands, die vor einem Jahr noch nichtmal existierten. Aber RTL 2 hat vermutlich seherische Kräfte.

10.05.04

Ein Zweipfünder-Mischbrot und ein Erbeertörtchen

Die gestandene Bäckersfrau tat, als hätte sie gar nichts gehört. Und lächelte mir stoisch übern Tresen rüber. Aber ich hatte gehört. Das junge Lehrmädchen, schräg neben uns…

Es hatte gerade den schmalen Holztisch beseite gerückt, auf dem sich sonst immer die Tüten mit den Vorbestellungen stapeln. Jetzt starrte es in die freigelegte Ecke, den Besen schon angriffslustig neben sich gestemmt. “Ja! Mh-mh. Ooooo ja!!!”

Ich kann mir einigermaßen vorstellen, was sie gesehen hat. Ein “Die tote Ratte liegt wohl schon lange hier” oder “Weg, ihr Kakerlaken” hätte es kaum plastischer machen können.

Ein Baby namens Ailton

Und ich dachte, ich hätte alles gesehen. Thomas Schaaf aus einem Flugzeug ragend. Oliver Kahn, versuchend, einen Ball zu halten. Die Werder-Reservisten auf´s Spielfeld stürmend… Nicht, dass ich schon genug gehabt hätte. Als Werder-Fan hat man nie genug. Selbst wenn die Meisterschafts-Bilder als Endlos-Schleife auf allen Kanälen gleichzeitig flirren. Aber der “Sportclub live” beim NDR hat es geschafft, mich noch zu überraschen.

Ich habe gesehen: ein Baby, das auf den Namen “Ailton” getauft wurde. Als Zweitname zwar, aber trotzdem super. Und den prominenten Taufpaten, der den Winzling - nein, nicht mit dem Außenrist filigran ins kurze Eck des Beckens schlenzte -, sondern behutsam wie ein rohes Ei darüberhielt.

Ich habe gesehen: eine kirchliche Trauung in Bremen, bei der der Küster im Hintergrund riesige Pappen mit dem aktuellen Spielstand hochhielt.

Ich habe gesehen: einen Operationssaal, in dem der Chirurg nach der Radiomeldung des 0:1 kurz und heftig jubelte, aber noch während der Torbeschreibung des Reporters schon wieder ächzend das Eisen in den fraktierten Knochen stemmte. (Nur den Patienten mit dem seltsam abgewinkelten Bein sah man leider nicht. Beim Versuch, mit anderthalb Beinen zu laufen…)

Und: ein Interview mit Ailton. Also mindestens 20 Stunden vor dem vom DSF bis zum Erbrechen beworbenen Ailton-Studiobesuch! Sogar mit Simultandolmetscher. Was hieß: Ailton konnte mal mehr sagen als nur “Diemannschaftkomplimentpokalbrasilfeuer”.

So erfuhr man, dass er in seinem brasilianischen Heimatort die einzige Satelllitenantenne installiert hat. Und der komplette Ort wohl bei ihm im Haus das Spiel live geguckt hat.

Dass Thomas Schaaf sein zweiter Vater ist. Sowie: dass Wechsel zum Fußballerleben gehören.

Als der Interviewer nach Ailtons Gefühlen vor seinem letzten Spiel im Weserstadion am nächsten Wochenende fragte, konterte der, dass er ja in der Bundesliga bliebe und noch öfter im Weserstadion spiele. Zitat Interviewer: “1 zu Null”.

Auf die Frage allerdings, was Ailton an den Abenden zu tun gedenke, wo Werder Championsleague spielt, hatte auch der keine Antwort. Zitat Ailton: “1 zu 1”.

Ich war eigentlich nur auf der Durchreise beim Zappen. Und bin dann doch gebannt geblieben. Danke, NDR!

09.05.04

Was ist grün und stinkt nach Fisch?

Das ist die Haupttragik meines sonst recht sonnigen Lebens: endlich mit einem Mann liiert, der sich für Fußball interessiert. Aber dann: eine Livesendung moderierend, die zeitlich gegen die Sportschau läuft. Jeden Samstagabend.

Noch tragischer wird´s, wenn die eigene Lieblingsmannschaft samstags um die Meisterschaft spielt. Und man so gerne ahnungslos mit den Bildern mitfiebern würde. Hilft nix. Gottseidank läuft auch im Radio nachmittags Sport. Und so hab ich die brenzlige Zeit in der Regie verbracht: im Fernseher die Premiere-Konferenz. Aus den Boxen: die Radio-Konferenz. Günther Koch, den Begriff der “Bremer Fußballmusikanten” vielleicht einen Hauch zu sehr strapazierend. Obwohl er grundsätzlich natürlich Recht hat.

Der Rest ist Geschichte. Den Sekt gab´s später. Und auch den häuslichen Erfahrungsaustausch. Schließlich konnte ich aus dem Studio nicht anrufen. Die Stimme hätte mich sofort verraten. Der Chefredakteur spart sich samstags ja nach wie vor auf für die Fernsehberichterstattung. Das gab Mißstimmung, als neulich im Hintergrund Fußballnachrichten zu hören waren. Wer konnte denn ahnen…!

Übrigens: falls einer meiner Chefs Erbarmen hat und die “Schlagerparade” vielleicht auf eine etwas menschlichere Zeit verlegen möchte - meine Liste der Änderungswünsche ist noch lang. Und hängt substanziell vor allem mit Zeiten zusammen, in denen in meinem Wohnviertel gut Parkplätze zu kriegen sind…

03.05.04

Move on up

Ja, die Benzinpreise steigen und steigen. Aber es hat auch sein Gutes. Zumindest für Leute wie mich, die sich vorm Tanken einen festen Betrag setzen. 19,99 höchstens. Oder 24,76. Euro. Denn das Tolle ist: ich bin jetzt viel schneller fertig!

Heute war ich an der Zapfsäule, die rotierenden Ziffernblätter fest im Blick. Und schwupp - Limit erreicht. Musste gar nicht lang stehen, ächzend den Zapfhahn quetschen. Nee: eine Minute, finished! Ein Quickie sozusagen. Und das Allertollste ist: ich hab im Gefühl, dass ich dieses Vergnügen jetzt in sehr kurzen Abständen immer wieder haben werde!