K A T J A S W E L T
15.09.04
Frau Thyssen und die Bunte

„Dieser Streit ist absolut lächerlich. Die Leute sind verrückt, so eine bedeutende Sammlung aus für mich nichtigen Gründen auszuschlagen.“ Es geht um die Kunstsammlung von „Mick“ Flick. Und Tita Thyssen-von Bornemisza hat zur Meinung auch noch eine Idee: „Sagen Sie ihm, dass ich für seine Sammlung den besten Platz auf der Welt finden werde, wenn die Deutschen ihn rausekeln wollen. In Madrid ist er höchst willkommen.“

Ob Bunte (Nr. 28, 2004) es ausrichtete, blieb offen. Aber für alle Leser, die nicht wussten, warum der ein oder andere die Flick-Sammlung nicht wollte, gab´s in einem Extra-Kasten ein bisschen Geschichts-Nachhilfe: „August Thyssen gründete ab 1867 Eisen- und Stahlwerke, aus denen einer der größten deutschen Konzerne entstand, der leider auch Hitlers Waffenschmiede war.“ Wie bedauerlich. Aber gottlob, „als Heini Thyssen 1983 die Leitung übernahm, gehörten 250 (meist friedliche) Unternehmen dazu.“ Friedlich ist auch Frau Thyssen-Bornemisza: „Ich lebe zurückgezogen, den Jetset hatte ich mit Heini, er gibt mir nichts mehr.“ Und so sieht das Leben ohne Jetset aus: „Täglich mache ich Gymnastik, schwimme im Pool oder im Mittelmeer, wenn ich auf meiner Finca bei Barcelona bin. Ich helfe dem Gärtner, ich lebe gesund. Höchstens einmal die Woche sündige ich beim Essen und Trinken.“

Ich geh jetzt auch mal dem Gärtner helfen. Und danach lese ich wieder die Witzseiten in der Bunten.