K A T J A S W E L T
17.09.04

Frau Strunz

…und ich hab immer noch lustige Zeitungs-Zitate zu teilen. Richtig unter die Haut gegangen ist mir das Interview mit Claudia Strunz, verliebte Effenberg (Bunte Nr. 20, 2003). Da wurde man wirklich neidisch: Stefan Effenberg hatte ein Bild für sie gemalt. Malen „ist eine ganz neue Leidenschaft von ihm und ich war selbst überrascht, wie gut er das kann.“ Was denn zum Beispiel? Na, etwa „sein erstes Bild mit einem tiefroten Herzen und der Aufschrift ´Can´t stop loving you´“. Chapeau. Zumal man dafür auch noch schreiben können muss. „Wir überlegen, ob wir im nächsten Jahr ein paar Arbeiten in Hamburg ausstellen.“ Gern. Aber sagt rechtzeitig Bescheid, damit man Hamburg großräumig meiden kann.

16.09.04

Noch mehr Witzseiten

So. Genug dem Gärtner geholfen. Jetzt widme ich mich wieder besagten Witzseiten. Adel verpflichtet, selbst wenn man – wie ich – dem Jetset entsagt hat: die lustigsten Stellen will ich mit meinen Lesern teilen. Zum Beispiel das Bekenntnis von Brigitte Mohn, „Tochter von Reinhard und Liz Mohn“ und zum Zeitpunkt des Interviews (Bunte 18, 2003) Mitglied der Bertelsmann-Verlagsgesellschaft. Was fragt man einen solchen Menschen? Na, zum Beispiel, warum er auf einem Bauernhof lebt. Die Antwort ist ganz einfach: „Ich habe immer auf dem Lande gelebt. Selbst als ich in New York gearbeitet habe, wohnte ich in einem Haus auf Long Island.“ Und außerdem: „Ich mag es einfach nicht, wenn Nachbarn einem direkt ins Haus schauen.“ Da sieht man mal wieder, dass wir im Grunde doch alle gleich sind – egal, ob betucht oder arm. Ich mag es auch nicht, wenn Nachbarn mir ins Haus schauen! Beruhigend zu wissen, dass es Wohlhabenden genauso geht.

15.09.04

Frau Thyssen und die Bunte

„Dieser Streit ist absolut lächerlich. Die Leute sind verrückt, so eine bedeutende Sammlung aus für mich nichtigen Gründen auszuschlagen.“ Es geht um die Kunstsammlung von „Mick“ Flick. Und Tita Thyssen-von Bornemisza hat zur Meinung auch noch eine Idee: „Sagen Sie ihm, dass ich für seine Sammlung den besten Platz auf der Welt finden werde, wenn die Deutschen ihn rausekeln wollen. In Madrid ist er höchst willkommen.“

Ob Bunte (Nr. 28, 2004) es ausrichtete, blieb offen. Aber für alle Leser, die nicht wussten, warum der ein oder andere die Flick-Sammlung nicht wollte, gab´s in einem Extra-Kasten ein bisschen Geschichts-Nachhilfe: „August Thyssen gründete ab 1867 Eisen- und Stahlwerke, aus denen einer der größten deutschen Konzerne entstand, der leider auch Hitlers Waffenschmiede war.“ Wie bedauerlich. Aber gottlob, „als Heini Thyssen 1983 die Leitung übernahm, gehörten 250 (meist friedliche) Unternehmen dazu.“ Friedlich ist auch Frau Thyssen-Bornemisza: „Ich lebe zurückgezogen, den Jetset hatte ich mit Heini, er gibt mir nichts mehr.“ Und so sieht das Leben ohne Jetset aus: „Täglich mache ich Gymnastik, schwimme im Pool oder im Mittelmeer, wenn ich auf meiner Finca bei Barcelona bin. Ich helfe dem Gärtner, ich lebe gesund. Höchstens einmal die Woche sündige ich beim Essen und Trinken.“

Ich geh jetzt auch mal dem Gärtner helfen. Und danach lese ich wieder die Witzseiten in der Bunten.

14.09.04

Humpe

Sollte ich mal Kinder haben, werden sie alle Inga heißen. Auch die Jungs. Das liegt an der neuen „2raumwohnung“. Und daran, dass ich eine große Verehrerin der Humpe-Schwestern bin. „Es wird morgen“ heisst das neue Album, das dritte. Und es ist keineswegs, wie Spiegel online fand, ausgereifter als das erste. Oh nein. Es ist zwar ganz wunderbar, und es sind richtige Perlen drauf. Es ist eines dieser Alben, das einen hindert, sich aus dem Fenster zu stürzen, wenn man merkt, dass auf der Welt noch viel zu viele andere Menschen sind. Aber der echte Indikator für die Güte eines Albums ist doch immer noch das Vehikel der Mixkassette. Und auf meiner 2raumwohnung-Mixkassette sind fast doppelt so viele Lieder vom Debütalbum wie vom neuen Album. Im übrigen bin ich nicht der Meinung, wie manch anderer, dass Inga Humpe bekannt hat, eine offene Beziehung zu führen. Sie hat nur gesagt, dass sie offene Beziehungen gut findet. Ob sie eine führt, hat sie geschickt offen gelassen. In diesem Interview im Netz, das offenbar alle gelesen haben…

13.09.04

Back for good

Ja, ich war lang weg. Ich weiß. Deshalb an dieser Stelle zwei Nachträge. Was vom Sommer übrig blieb, sozusagen. Tragischerweise ist das zum einen ein Satz aus dem Strafgericht auf RTL. „Oh, RTL“, werden Sie jetzt sagen – so wie Karl Moik neulich in der Volksmusik-Ausgabe von „Kerner“. Da erzählte er von irgendeinem Volksmusikstar, der einst nur durch RTL bekannt war, also „Radio Lljubliana“. Nein – das RTL des Strafgerichts ist das aus Luxemburg. Und dort sagte die Richterin irgendwann in diesem Sommer zu einem Angeklagten: „Sie kommen aus Mettmann. Das liegt bei Düsseldorf.“ Ach. Weiß der Angeklagte das nicht? Oder hat das Fremdenverkehrsamt Mettmann ein bisschen Geld an RTL gezahlt? Oder war ich einfach schon so lang nicht mehr vor Gericht, dass ich die neuen Gepflogenheiten noch nicht kenne? „Sie kommen aus Mettmann. Das liegt bei Düsseldorf.“ Aha.

Und dann muss ich noch was zur Fußball-EM nachklappen. Ich finde nämlich, dass Herr Brdaric aussieht wie ein Habicht, der die alten Perücken von Tina Turner aufträgt. Schade, dass er nur 12 Minuten gespielt hat. Oder so ähnlich.