K A T J A S W E L T
06.01.05
Heidis Käse

Auch wenn die Japaner sie so richtig berühmt gemacht haben: ich glaube, sie ist Schweizerin. Schließlich hat meine Mutter mir auf einer Schweizreise für 120 Jahre gebetsmühlenartig eingetrichtert, dass das das Land von Heidi ist. Wo man sie doch spontan eher nach Österreich stecken würde. Oder? Kann ich demnächst alles klären. In der Saarbrücker Heidi-Ausstellung. Ob dort auch erklärt wird, wie man Käse brät, fragt eine Freundin. Käse brät? Ja, so wie Heidi das immer getan habe. Auf einen Stock gespießt und am Feuer gebraten. Und dann irgendwie vom Stock runtergegessen. Oder auf´s Brot geschmiert. Und sie, die Freundin, sei nicht die einzige, die darüber gerätselt habe. Sie habe schon mit anderen Mädchen darüber gesprochen, die vom Käsebraten ähnlich beeindruckt waren. Das gibt mir jetzt zu denken. Ist mir völlig entgangen, obwohl ich seitdem ununterbrochen Heidi-Käsebratszenen in meinem Kopf restauriere. Oder das, was ich dafür halte. Wo war ich nur mit meinen Gedanken, als der Käse gebraten wurde? Vielleicht bei der Großmutter vom Geißen-Peter, an die ich manchmal noch beim Bäcker an der Brottheke denke. Denn die Peter-Oma aß am liebsten Weißbrot. Wegen der Zähne. Soviel zu meinen kulinarischen Heidi-Erinnerungen. Ein bisschen was hab ich schließlich auch zu bieten.