Traumschiff-Thementag im ZDF – das ist was für mich. Zwar ist Super-Produzent Wolfgang Rademann schon vor Monaten 70 geworden, aber wen juckt´s. Mittags eine Traumschiff-Folge von ´83 – wow. Natürlich noch mit Chefstewart Victor. Und dem Original-Kapitän. Wie üblich natürlich auch mit den üblichen verdächtigen Rademann-Chargen von Klausjürgen Wussow über Maria Sebaldt bis hin zu Manne Krug und Maria Schell. Und einigen mehr, die später in der Schwarzwaldklinik den weißen Kittel überwerfen durften. Die Dialoge waren nur in Nuancen geschmeidiger als die Derrick-Laubsägearbeiten, und die Handlungen so vorhersehbar wie das jährliche Dinner for one“.
Zum Nachmittagskaffee noch eine Traumschiff-Doku, abends dann eine neue Folge und die große Traumschiff-Gala. Kunstvoll ineinander verwoben, indem schon auf die Traumschiffgäste die Plakate für die Gala bewundern durften. Und ein am Schneidetisch ins Käpt´nsdinner hineinkopierter Moderator Biolek der Oberstewardess signalisieren durfte, dass es gleich losgeht.
Und dann war´s soweit: Wolfgang Rademann inmitten seiner Lieben. Grit Böttcher, Wencke Myhre, Gila von Weitershausen, Claudia Rieschel, Simone Rethel, Johannes Heesters, Klausjürgen Wussow und Gaby Dohm. Und in vielen Einspielern die, die nicht mehr können: Harald Juhnke, Peter Frankenfeld, Peter Alexander, Lilli Palmer, Gisela Schlüter und derlei mehr. Schließlich war Wolfgang Rademann der, der aus Boulevard-, Schlager- und Filmgrößen Entertainer mit eigener Show machte. Und auf der Sehnsuchts-Serienglatze immer neue Locken drehte: vom Hotel Paradies über die Insel der Träume bis zum Ferienarzt. Und das Verrückte Paar nicht zu vergessen!
Immer hat er den schmal Grat zwischen Hausmannskost und Illusion souverän beherrscht. Viel Vertrautes war immer dabei. Aber immer auch viel Zauber, der jedes Mal wieder neugierig machte auf die neueste Folge. Genauso bei den großen Shows: man kann über die Westentaschen Sammy Davis´se lachen. Ein bisschen bieder und miefig war einiges, was da geboten wurde. Aber auch rasant, farbenfroh, irgendwie verblüffend und sehr, sehr fröhlich. Und der Massenflüsterer Rademann wiederholt auch 2005 keck sein Credo: das Elend der Welt sehen die Zuschauer vorher und nachher in den Nachrichten. Dazwischen entführt er sie anderthalb Stunden lang in heile, exotische Welten. Was will man dagegen sagen?
Nicht. Man freut sich einfach, dass der Mann hinter den Filmen fast so unterhaltsam ist wie die Filme selbst. Zumindest unterhaltsamer als viele der Darsteller.