K A T J A S W E L T
08.06.05

Decosendungen

Oh, ich liiiebe die Deko-Sendungen auf RTL. Ich vergöttere Tine Wittler aus „Einsatz in vier Wänden“. Und die Texter der Sendung. Sehr schön finde ich den Satz „Zu solchen Arbeiten konnte sich Katharina nie durchringen.“ Katharina ist die Studentin, die ein neues Schlaf-Arbeitszimmer bekommt und sich am Ende auch übertrieben niedlich darüber freuen wird. Und während der Sprecher sagt, dass sie sich „dazu“ nie durchringen konnte, sieht man die Handwerker einen komplett neuen Fußboden im Zimmer verlegen. Ich kann Katharina irgendwie gut verstehen. (mehr …)

07.06.05

Düren Demons

Es sind die „Düren Demons“, die der junge Mann in der RTL-Doku-Soap gegründet hat. Eine American Football-Truppe. Trotzdem klingt es viel lustiger so, wie der Sprecher es ausspricht: die „Düren Demenz“.

04.06.05

Beim Metzger

Es soll eine Privat-Fleischerei sein, sagt das Emblem im Werbefernsehen. Verstanden hab ich allerdings „Primat-Fleischerei“. Ganz schön erschrocken. Obwohl mir als Vegetarierin ja nicht viel passieren kann. Aber sollte sich vielleicht einen anderen Werbesprecher suchen, die Privat-Fleischerei…

03.06.05

Doktor Erlinger hilft

Wow, das ging jetzt aber schnell. Nicht, dass Doktor Erlinger mir wirklich geantwortet hätte. Ich geb mir die Antworten einfach selber. Natürlich ganz in seinem Sinne. Schätz ich. (mehr …)

01.06.05

Doktor Erlinger

„Ja, Doktor Erlinger schreibt Dir bestimmt zurück“, meint der Chefredakteur, „aber sicher erst in ein paar Monaten.“ Solang kann ich nicht warten. Ich habe zahlreiche Fragen, die mir der Moral-Briefkastenonkel des Süddeutschen Magazins beantworten soll. Und die gehen so: (mehr …)

22.05.05

Monaco, Grand Prix, NRW

„In Monaco ist alles gut organisiert, und sicherlich – wenn gleich die Gedenkminute beginnt – wird man nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt des verstorbenen Fürsten gedenken.“ Ich überlege, ob Kai Ebel die Relevanz der schillernden Grimaldi-Familie nicht ein klein wenig überschätzt. Aber, hey: davon lass ich mir das herrliche TV-Wochenende doch nicht verderben. Erstmal bin ich beeindruckt: die Gedenkminute beginnt, und wer in Monaco (und auf der ganzen Welt) keine hässliche Schirmmütze abnehmen kann, der zieht sich pietätvoll die verspiegelte Sonnenbrille vom Gesicht. Das hat Style. (mehr …)

20.05.05

Schiller

Zum Schiller-Jubiläum ein kleines Gedicht von mir – die Kurzfassung der Glocke. Natürlich nicht von mir verfasst, nur aufgeschnappt:

Erde auf, Bronze rin.
Glocke fertig,
bim-bim-bim.
03.05.05

Älterwerden, wieder mal...

„Man ist so alt, wie man sich fühlt. Und außerdem lass ich mir nicht vorschreiben, wann ich reif genug für welche Literatur bin“, erkläre ich dem Chefredakteur in der Bahnhofsbuchhandlung und kaufe „BRIGITTE Woman“. Die Zeitschrift für die Frau ab 40. (mehr …)

28.04.05

Nana M.

Taschentuchalarm. Das halbe Konzert möchte ich einfach nur heulen. Schuld ist eine helle Gestalt mit dunklen Haaren auf der Bühne – bei der ich doch eben noch mein Programmheft gekauft hab, oder? Bin jedenfalls furchtbar erschrocken, als ich im Foyer die Frau mit den Heften anrief, und sich eine Gestalt mit schulterlangem Madonnenhaar und schwarzer Hornbrille umdrehte. Mit offenstehendem Mund hab ich mein Heft gezahlt und mir gesagt, dass es wohl doch die Hartz IV-Ausgabe der Hauptperson ist. (mehr …)

20.04.05

Bonn

„Politgroupie“, spottet der Chefredakteur, als ich vor dem Stahlzaun stehe und den Flachbau betrachte. Zwei Flachbauten, genauer gesagt. Ein großer, weiter hinten. Und ein kleiner, weiter vorn. Eher eine Art Pförtnerhaus, in dem immer noch Herren über das Rolltor wachen, das den Weg zu den zwei schwarzen Klötzen freigeben soll. In meinem Kopf schwirrt ein ganz anderes Wort. Das einzige, das einem an diesem Ort, vor diesen Klötzen und dem Zaun stehend, einfallen kann: Krisenstab. Mit vielen I´s: Kriiiiiiiiiiiiiiiisenstab. Hier hat er getagt, im heißen Herbst 1977, zwischen Zigarettenschwaden und Cola-Gebizzel. Denn dies hier ist das alte Kanzleramt. In Bonn am Rhein. (mehr …)