Mit Grabbelfingern rein, angelesen und verliebt. Ich musste es einfach mitnehmen: Rudi Riese“. Ramponiertes Reste-Exemplar vom Bücherwühltisch. Drei kleine Mäuseschwestern hat er, der große, trampelige Rudi. Und irgendwann verrät ihm Mutter Maus das dunkle Familiengeheimnis: er ist gar keine Maus. Sondern ein Rattenkind, das als Baby verlassen rumlag und von Mutter Maus adoptiert wurde. Sooo süß, die Bilder.
Nur leider die Geschichte etwas daneben. Denn gerade die Geschwister von Behinderten haben, mein ich, einen sehr unkomplizierten und liebenswerten Umgang mit ihnen. Und lachen sie nicht aus, wie die doofen Mäusemädchen. Und dass Rudi erst geliebt wird, nachdem die Mädels merken, dass er mittels Masse ein guter Torwart ist und man mit seinem langen Schwanz toll Seilhüpfen kann – dass find ich auch nicht in Ordnung. Kann man ein Wesen nicht einfach gern haben, ohne dass es was Tolles kann? Ansonsten aber ist das ein feines, feines, wunderbar gemaltes Buch: Rudi Riese“ von Birte Müller im Neugebauer Verlag.